In diesem Jahr fand erstmalig der digitale Frühjahrsputz in der BAUR-Gruppe statt.

Nachhaltigkeit und der damit einhergehende Klimaschutz spielen in unserem Unternehmen schon seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle. Bereits vor fast zehn Jahren verpflichteten wir uns mit der gesamten Otto Group dazu, 50 Prozent der CO2-Emissionen auf Basis des Jahres 2006 bis zum Jahr 2020 einzusparen. Da dieses Ziel bereits 2019 frühzeitig erreicht werden konnte, haben wir uns ein neues, sehr ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 möchten wir mit der gesamten Otto Group klimaneutral sein.  Auch unsere unternehmenseigene Corporate Responsibility-Strategie (CR) wurde entsprechend weiterentwickelt und in diesem Zuge die Aktion  „Digitaler Frühjahrsputz“ ins Leben gerufen.

 

Was verbirgt sich hinter dieser Aktion?

Vielen von uns ist es womöglich gar nicht bewusst, dass wir durch die tägliche Arbeit im Büro und im Anywhere Office CO2-Emissionen verursachen. In Zeiten von Corona sind durch verringerte Industrieproduktion und Reiseaktivität die globalen Emissionen im vergangenen Jahr gesunken. Dagegen verbrauchte unsere vermehrte digitale Kommunikation und Arbeitsweise – im Privaten wie auch beruflich – jede Menge CO2, unabhängig ob man beim Online-Shopping auf den Suchbutton klickt, eine Videokonferenz mit den besten Freund*innen hat oder am Abend nochmal schnell eine Email versendet.

Genau dort wurde mit der Kampagne „Digitaler Frühjahrsputz“ angesetzt und Impulse für ein entsprechendes, nachhaltiges Bewusstsein gesetzt.

Um mehr über den Hintergrund des digitalen Frühjahrsputzes zu erfahren, haben wir uns mit Christin und Laura, beide Teil des Projektteams, zum Interview getroffen.

 

Hallo ihr Zwei. Könnt ihr euch einmal vorstellen?

Laura: Hi, ich bin die Laura und ich bin 27 Jahre alt. Seit Februar 2021 absolviere ich ein Traineeprogramm im Corprate Responsibility (CR) Bereich in der BAUR-Gruppe.

Christin: Hey, ich bin Christin. Ich mache seit Januar ein freiwilliges Praktikum in der Organisationsentwicklung hier in der BAUR-Gruppe und absolviere nebenbei noch meinen Master an der Hochschule Coburg.

 

Wie seid ihr auf die Idee des digitalen Frühjahrsputzes gekommen?

Laura: Seit dem neuen Geschäftsjahr, welches im März gestartet ist, gibt es eine neue Nachhaltigkeitsstrategie bei uns im Unternehmen. Die neue CR-Strategie beinhaltet ein Themenfeld namens „Empowered Employees“. Das bedeutet, dass wir unsere Mitarbeiter*innen über das Thema Nachhaltigkeit informieren, abholen und auch mitnehmen möchten. Der digitale Frühjahrsputz ist Teil dieses Empowered Employees Programms und stellt ein Angebot für alle Mitarbeiter*innen dar, um Nachhaltigkeit zu erleben und mitzugestalten. Die Idee für diese Aktion wurde schon im letzten Jahr entwickelt. Mit dem Entwurf der Idee haben wir also eher wenig zu tun

 

Und wie habt ihr den digitalen Frühjahrsputz in der BAUR-Gruppe umgesetzt?

Christin: Wir sind erst mit einer Infokampagne gestartet, um unsere Kolleg*innen auch für das Thema der digitalen Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Man muss verstehen, dass wirklich jeder Klick, jede Speicherung und jede Google-Suchanfrage mit einem CO2 Ausstoß verbunden ist. Dabei hatten wir uns überlegt, erstmal mit einer Faktensammlung zum Thema CO2 in Verbindung mit der Digitalisierung und digitalisiertem Arbeiten anzufangen. Jedoch haben wir schnell gemerkt, dass es sehr schwierig ist, einheitliche Themen und Fakten abzuleiten, und dabei auch noch gute und vergleichbare Quellen zu nutzen. Deswegen sind wir dann im Rahmen dieser Faktensammlung auf die Idee gekommen, kleine Impulse zu generieren und diese dann in einer Intensivwoche mit unseren Mitarbeiter*innen zu teilen. Drei dieser Impulse stellen wir euch im Folgenden gerne zur Verfügung.

 

Nach der Intensivwoche haben wir dann noch eine gemeinsame Mitmachaktion im gesamten Unternehmen gestartet. Dort haben wir drei Schwerpunkte gewählt, die wir gemeinsam mit unseren Kolleg*innen „aufräumen“ wollten – die Laufwerke, die Cloud und das Emailpostfach.

Laura: Bei der Mitmachaktion für alle Mitarbeiter*innen der BAUR-Gruppe bin ich dann dazugestoßen. Mit diesem zweiten Teil der Kampagne wollten wir aktiv Laufwerke aufräumen, Altdateien löschen und zusammen mit unseren Kolleg*innen die Impulse, Tipps und Tricks zur digitalen Sauberkeit umsetzen. Das Ganze haben wir dann in drei Wochen mit jeweils einem Thema durch aktive Mitmachcalls umgesetzt.

 

Wie wurde die Aktion denn angenommen?

Laura: Die Impulse, Tipps und Tricks wurden sehr gut angenommen und haben konzernweit Anklang gefunden. Auch während der Mitmachcalls haben wir sehr gutes Feedback bekommen. Außerdem haben wir es geschafft, viele Kolleg*innen zu informieren, zu sensibilisieren und auf das Thema digitale Sauberkeit aufmerksam zu machen.

Christin: Es sind jetzt quasi die Kolleg*innen dabei, denen die Wichtigkeit zur digitalen Sauberkeit bereits bewusst ist und welche sich freuen, dass dieses Thema auch endlich mal in der BAUR-Gruppe angesprochen wird.

 

Man weiß ja auch nicht, wie viele die Impulse letztendlich gesehen haben und daraufhin auch digital aufgeräumt haben.

Christin: Ja, deshalb haben wir als Abschluss, in Phase 3, eine kurze Umfrage rausgeschicket, um ein Stimmungsbild zu erhalten, wie das Konzept rund zum digitalen Frühjahrsputz bei den Kolleg*innen angekommen ist, auch wenn sie nicht an den aktiven Mitmachcalls teilgenommen haben.

Welche Aufgaben habt ihr bei der Kampagne denn übernommen?

Christin: Meine Teamleiterin, Sophia, hat insgesamt die Leitung für dieses Projekt übernommen. Ich habe sie dann insbesondere hinsichtlich der Organisation unterstützt. Das hat im Februar bereits damit angefangen, dass ich die Einladungen für die weiteren Arbeitstermine erstellt habe, die im Zusammenhang mit der Kampagne standen. Zusätzlich habe ich immer die ganzen Präsentationen erstellt, die für die einzelnen Termine erforderlich waren. Außerdem habe ich die Arbeitspakete, die wir definiert hatten, mit bearbeitet und auch letztendlich finalisiert.

Laura: Ich habe Sophia und ihr Team von CR Seiten unterstützt – insbesondere, da es ja ein Nachhaltigkeitsthema ist. Dabei habe ich auch ein Arbeitspaket übernommen, und habe die Umsetzung der Mitmachaktion organisiert

 

Habt ihr schon Daten, was die Aktion „digitaler Frühjahrsputz“ gebracht hat?

Laura: Ja, ich informiere mich regelmäßig bei unseren Kolleg*innen im Rechenzentrum. Erfreulicherweise können wir eine Reduzierung der Datenmenge auf unseren Laufwerken feststellen – vor allem auf Laufwerk H wurden viele Daten gelöscht. Im Verhältnis zur Gesamtspeicherkapazität  wurde zwar eher wenig gelöscht, aber die Aktion ist ein wichtiger erster Schritt, um Bewusstsein für die intelligente Speicherung von Daten zu schaffen. Mit unseren Impulsen konnten wir das Thema der digitalen Sauberkeit in viele Abteilungen und Teams bringen.

Christin: Was ich sehr bewundernswert fand ist, dass uns Kolleg*innen der Otto-Konzerngesellschaften nach der Veröffentlichung eines Impulses kontaktiert haben, und uns um einen Austausch gebeten haben. Alle gaben uns dabei sehr positives Feedback und fanden die Idee und den Impuls super. Sie haben dann auch die Unterlagen bei uns angefordert und wollen das bei sich im Unternehmen auch nochmal durchführen. Das zeigt ja auch nochmal, dass es ein wirklich wichtiges Thema ist.

 

Glaubt ihr, dass die Kampagne mit dem digitalen Frühjahrsputz nochmal wiederholt wird?

Laura: Wie Christin eben ja schon gesagt hat, haben wir wirklich positives Feedback erhalten. Deswegen denke ich, auch von CR-Seite, wäre es auf jeden Fall wünschenswert, das zu wiederholen.

Christin:Eine Wiederholung ist natürlich auch davon abhängig, was jetzt bei der finalen Umfrage so rauskommt, um auch die Resonanz der Mitarbeiter*innen einzubeziehen. Aber ich denke, es wäre auf jeden Fall guter Gedanke, die Kampagne im nächsten Frühjahr im gesamten Otto-Konzern gleichzeitig zu starten, und zum Beispiel einen kleinen Wettbewerb zu veranstalten.

 

Was ist für euch persönlich der spannendste Impuls gewesen?

Laura: Ich war sehr überrascht wie viel CO2 bei jeder Suchanfrage in Google entstehen. In Zukunft werde ich eine Internet Adresse direkt in die URL-Leiste eingeben oder meine meist-besuchten Internet-Seiten im Browser speichern. Wenn ich doch mal eine Suchmaschine benötige, verwende ich in Zukunft Ecosia, eine grüne Alternative zu Google.

Christin: Ich fand eigentlich alles spannend.

 

Möchtet ihr sonst noch etwas sagen?

Christin: Das Thema an sich ist ja nicht besonders attraktiv und auch kein reines Konsumthema. Man muss es sich durchlesen und die Zeit finden, die Tipps und Tricks zur digitalen Nachhaltigkeit auch umzusetzen. Deswegen wollen wir uns insbesondere bei den Mitarbeiter*innen bedanken, die teilgenommen haben. Wir sehen euch als Pioniere, die das Thema jetzt auch ins Unternehmen tragen und quasi unsere Multiplikatoren sind.

Laura: Jeder noch so kleine Schritt in Richtung umweltfreundliche Einstellung kann viel bewirken. Ob man sich von einem Newsletter abmeldet oder die Kamera während einem langen Termin zwischenzeitlich ausschaltet – wir können unsere Emissionen minimieren ohne uns in unseren Möglichkeiten einschränken zu müssen.

Danke für dieses spannende Interview und die tollen Impulse, die einen wirklich über das eigene digitale Handeln nachdenken lassen. 🙂

 

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