Heute startet unsere angekündigte Jubiläums-Interview-Reihe zur Feier von 20 Jahren baur.de. Den Anfang macht Horst. Der gelernte Buch- und Offsetdrucker kam 1995 zur BAUR-Gruppe. Damals arbeitete er als Produktioner für die Katalogherstellung. Durch die Digitalisierung kam er zur Online-Produktion. Inzwischen ist er für die Betreuung des Content Management Systems von baur.de zuständig. Als Teil des ca. 10-köpfigen Projektteams „Internet“ begleitete er bis 2003 die Umstellung von Katalog auf Online-Shop und hat die Geburt des Shops besonders intensiv miterlebt. Im Interview mit Stephanie blickt er auf die damalige Zeit zurück.

Hallo Horst, baur.de ging 1999 live. In welche Situation wurde der Online-Shop „hineingeboren“?

Das Internet, wie wir es heute kennen, war damals noch unvorstellbar. Die maximale Datenübertragungsrate war damals mit 56kb/s sehr gering. Die Wartezeiten nach jedem Klick waren also enorm, die Übertragung von Daten hat teilweise Stunden gedauert. Wenn man damals im Büro etwas speichern wollte, ist man zwischendrin in die Mittagspause gegangen. Zudem musste man sich damals über die Telefonleitung im Internet einloggen. Solange man zuhause im Internet war, war die Telefonleitung also blockiert – gleichzeitig telefonieren und surfen war nicht möglich. Von Mobilität und WLAN ganz zu schweigen. Die stabilste Verbindung erhielt man über stationäre LAN-Anschlüsse.
Primär war das Internet damals ein Informationstool. Die Seiten hat man sich eher informativ angeschaut, das Verkaufen von Waren über das Netz ging damals erst langsam los. BAUR war ganz vorne mit dabei. Denn wer hatte damals schon einen Webshop?
Außerdem war alles extrem teuer. Flatrates gab es zu dieser Zeit nicht, man hat für die im Netz verbrachte Zeit gezahlt. Und die war wegen der langen Ladezeiten oft nicht unerheblich. Zehn Minuten Internet für umgerechnet 1€ waren damals normal. Da hat man sich natürlich schon überlegt, wie lange man online bleibt. Man hat das Internet bewusst ein und ausgeschaltet. Bei uns im Shop gab es Offlinebestellscheine: Diese konnte man in Ruhe ausfüllen, während man vom Netz getrennt war. Zum Abschicken des Scheins ging man dann wieder online. So sind nicht ganz so hohe Kosten angefallen und die Telefonleitung war auch nicht durchgängig belegt.

 

 

Welche Voraussetzungen gab es damals für die Entwicklungen des Online-Shops?

In den letzten 20 gab es enorm viele andere technische Entwicklungen, ohne die so etwas wie ein Online-Shop nicht möglich gewesen wäre. Fotografiert wurde damals zum Großteil noch analog. Die Erfolgsgeschichte der Digitalkameras begann damals erst. Am Anfang hatten wir also fast kein Bildmaterial für den Online-Shop. Die Umstellung hat nur geklappt, weil das BAUR-Fotostudio schon sehr frühzeitig mit Digitalkameras produziert hat. Sämtliche informationstechnische Schnittstellen mussten erst einmal entwickelt werden. Speichermedien waren auch ein Thema damals. CD-ROM waren damals die üblichen Datenspeichermedien. Heutige SD-Karten gab es noch nicht. Die Einrichtung des Online-Shops hing also nicht nur von der Entwicklung des Internets ab, sondern auch von vielen anderen Medien, die zeitglich dieselbe digitale Revolution mitgemacht haben, wie z.B. Flachbildschirme, Prozessoren, digitale Datenübertragungsstandards oder Speichermedien. Um nur einige zu nennen.

 

 

In den letzten 20 Jahren ist sicher auch nicht immer alles glatt gelaufen im Shop. Erzähle uns doch eine Anekdote.

Da fallen mir viele ein. Einmal sind bei uns aufgrund eines Bugs alle Artikel völlig durcheinandergeraten. Das Resultat: Im Online-Shop wurde z.B. bei der DVD „Der Schuh des Manitu“ ein Turnschuh als Produktbild angezeigt. Das war wirklich witzig. Ein anderes Mal wurde versehentlich ein Komma falsch gesetzt. Einem unserer Kunden fiel das auf und er kaufte alle Artikel zum günstigeren Preis auf. Fehler passieren, und man kann immer aus ihnen lernen.

 

Du bist nun schon 24 Jahre bei der BAUR-Gruppe. Was hat Dich dazu bewegt, hier zu bleiben?

Die Abwechslung hier. Die Zeit hat sich verändert, und dadurch musste sich auch das Unternehmen und die Arbeitsweisen ändern. Durch die Digitalisierung hatte ich alle drei Jahre ein neues Aufgabengebiet unter der gleichen Firmierung. BAUR hat die Chancen der Digitalisierung und neuer Medien von Anfang an ernst genommen. Wir haben ziemlich alle technischen Neuerungen der letzten 20 Jahre aufgegriffen und in unser Unternehmen integriert – angefangen bei der Digitalfotografie, über den Online-Shop, bis hin zum Shoppen per App. BAUR war immer mit dabei, und so haben sich auch die Anforderungen an mich immer geändert.
Der Vorteil eines großen Unternehmens wie der BAUR-Gruppe ist außerdem, dass man viele verschiedene berufliche Facetten kennenlernen kann. Wenn mir mein Job keinen Spaß mehr machen würde, könnte ich andere Herausforderungen im Unternehmen entdecken. Diese Chance habe ich auch wieder vor ca. zwei Jahren genutzt. Damals habe ich meine alte Abteilung verlassen und die Betreuung des CMS (Content Management Systems) übernommen. Ich glaube, ich hatte in meiner Zeit hier mindestens 20 verschiedene Arbeitsplätze an drei verschiedenen Standorten. Wer weiß, was in fünf Jahren ist?

 

Danke für das interessante Gespräch, lieber Horst.

Im nächsten Beitrag, stellen wir euch eine langjährige Logistik-Mitarbeiterin vor. Freut euch auf das zweite Interview der 20 Jahre-Jubiläums-Reihe 🙂

 

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