Was versteht man unter „wildem Plastik“? Und wie hat es OTTO geschafft, in Kooperation mit WILDPLASTIC die erste wilde Versandtüte zu entwickeln? Das und vieles mehr erfahrt ihr in einem gemeinsamen Interview mit Karla.

Im Jahr 2020 haben wir in der BAUR-Logistik über 32 Millionen Sendungen bearbeitet – 10 Millionen Sendungen mehr als im Vorjahr. Dementsprechend ist auch die Menge unserer Verpackungen aus Papier, Pappe, Karton und Kunststoff gestiegen. Daher ergreifen wir Maßnahmen, um unsere Versandverpackungen umweltverträglicher zu gestalten. Seit 2018 haben unsere BAUR-Versandverpackungen einen Recyclinganteil von mindestens 80%. Außerdem haben unsere Versandtüten seit 2021 ein neues Design, um unseren Kund*innen Hinweise zur richtigen Entsorgung zu geben. 

Steigende Verpackungsmengen erfordern allerdings weiterhin neue Maßnahmen. Deshalb verfolgen wir seit einer Zeit mit großer Erwartung das Pilotprojekt von OTTO in Kooperation mit dem Start Up WILDPLASTIC. In einem Interview mit Karla von OTTO wollten wir erfahren, wer WILDPLASTIC ist und was sich seit ihrer Zusammenarbeit bei den Versandtüten verändert hat.


Karla mit dem Gründer von WILDPLASTIC Christian

Hey! Magst du dich einmal kurz vorstellen?

Karla ist mein Name und ich bin bei OTTO im Nachhaltigkeitsbereich tätig. Ich kümmere mich dort hauptsächlich um das Thema nachhaltige Verpackung, also darf die Themen wie die Kooperation mit WILDPLASTIC oder andere Verpackungsthemen begleiten und vorantreiben. Es geht hauptsächlich darum, wie wir es schaffen können, unsere Versand- und Artikelverpackungen nachhaltiger zu gestalten.

 

Wer oder was ist WILDPLASTIC?

WILDPLASTIC ist ein Hamburger Startup, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, wildes Plastik aus der Umwelt zu retten. Hier geht es dabei um Müll an Stränden oder auf den Straßen, welcher in Ländern weggeworfen wird, die keine bestehenden Abfallstrukturen haben. Und genau dort wird der Müll eingesammelt und durch WILDPLASTIC weiterverwendet.

Es wird mit Organisationen zusammengearbeitet, die Sammler*innen beschäftigen, die von dem Müllsammeln leben. Die Idee ist es, ihnen faire Löhne zu bezahlen, damit die Sammler*innen auch gut davon leben, um ihre Lebensgrundlage sichern zu können.

 

Und was hat OTTO damit zu tun?

Wir haben uns gefragt, wie wir es hinbekommen, unsere Versandverpackung nachhaltiger zu gestalten. Über den Kontakt eines Kollegen sind wir dann auf WILDPLASTIC gekommen und haben schnell festgestellt, dass es sehr spannend für uns ist. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden und eigene Verpackungen entwickeln, sondern können über eine Kooperation mit einem Startup das gleiche Ziel erreichen. Somit lässt sich Hand in Hand gemeinsam mit einem Startup an einem Projekt arbeiten und beide Seiten können davon profitieren.

Zusätzlich zu ihrer ursprünglichen Idee Müllbeutel herzustellen, entwickelte WILDPLASTIC gemeinsam mit uns dann auch ihre erste Versandverpackung aus wildem Plastik. Das hat natürlich erstmal gedauert und wir haben ca. 2 Jahre an diesem Projekt gearbeitet, bis wir schließlich ca. im April 2021 mit der Umstellung begonnen haben und unsere OTTO Versandtüten aus WILDPLASTIC herzustellen.

Wir haben nun zunächst mit einer Versandtütengröße angefangen, da die gesamte Umstellung mit viel Zeit und Zwischenprozessen verbunden ist. Wir haben uns aber das Ziel gesetzt, bis Ende dieses Jahres schon mindestens 50 % der OTTO-Versandtüten auf wildes Plastik umzustellen und dann auch in verschiedenen Größen anzubieten.

 

Die „wilde Versandtüte“ gibt es nun seit etwas über einem Jahr. Wie ist deine Bilanz: Was haben die Versandtüten gebracht?

Durch unsere Versandtüten konnten wir schon große Mengen an Plastik retten und auch unsere Kund*innen konnten wir stark für diese Thematik sensibilisieren durch unsere Kommunikation und wir bekommen gutes Feedback.

Wir wissen natürlich auch, dass wir durch unsere Versandtüten nicht die gesamte Plastikverschmutzung eindämmen können. Aber es ist dennoch ein Weg, wie man einem Teil des Problems begegnen kann.

 

Was sind eure weiteren Pläne/ wie geht es mit WILDPLASTIC weiter?

Perspektivisch möchten wir das Ziel erreichen, 100% unserer OTTO-Versandtüten auf wildes Plastik umzustellen. Gerade schauen wir auch gemeinsam mit WILDPLASTIC, wo wir noch weitere Ansatzpunkte für eine gemeinsame Kooperation finden können. Das kann entweder sein, dass wir das Projekt auch auf andere Konzerngesellschaften der ottogroup erweitern. Es kann aber auch sein, dass wir uns völlig andere Produkte vornehmen und diese aus wildem Plastik herstellen. Dieser Weg steht gerade noch offen. Die Idee ist aber auf jeden Fall, dass wir auch in Zukunft über die Versandtüten hinaus mit WILDPLASTIC zusammenarbeiten wollen.

Parallel haben wir auch andere bestehende Kooperationen, wie die mit traceless. In der Kooperation mit traceless testen wir eine biologisch abbaubare und heimkompostierbare Versandtüte, mit dem Ziel in Zukunft komplett auf Plastik in Versandtüten verzichten zu können.

 

Was bedeutet für dich Nachhaltigkeit?

Für mich bedeutet das den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass wir endliche Ressourcen haben, die wir so nutzen müssen, dass sie keinen Schaden und negative Emissionen verursachen. Wir müssen auch den Dreiklang betrachten zwischen sozial, ökologisch und ökonomisch und sollten es schaffen, dass diese Bereiche Hand in Hand gestaltet werden. Nur so kann ein großes Bild der Nachhaltigkeit erzeugt und vorangebracht werden.

Danke Karla für dieses spannende Interview! Wollt ihr mehr über das Thema WILDPLASTIC erfahren? Dann schaut auch gerne einmal hier vorbei.

Wusstet ihr eigentlich, dass wir auf unserem Instagram-Account aktuell alle Beiträge im September im Sinne der Nachhaltigkeit gestalten? Hier erwarten euch interaktive Quizfragen, spannende Themen aus unserem Nachhaltigkeitsbericht und vieles mehr. Schaut gerne mal vorbei!

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