Jeder Arbeitgeber ist für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz seiner Mitarbeiter verantwortlich. So muss er unter anderem nach der Unfallverhütungs- vorschrift „Grundsätze der Prävention“ Ersthelfer und Betriebssanitäter zur Verfügung stellen.

Die BAUR-Gruppe nimmt diese Vorschriften sehr ernst. Mit Klaus Meusel, dem ausgebildeten  Rettungssanitäter, der bei uns als freigestellter Betriebssanitäter arbeitet, haben unsere Mitarbeiter einen hervorragenden Ansprechpartner für die Wehwehchen aller Art und auch darüber hinaus ist Klaus um das Wohlergehen der Mitarbeiter bemüht und hat immer ein offenes Ohr.

Aber was ist ein Betriebssanitäter und was gehört zu seinen Aufgaben? Betriebssanitäter sind Sanitäter mit einer speziellen Ausbildung, um notwendige lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen bzw. um bereits eingeleitete Ersthelfermaßnahmen zu optimieren und den nachfolgenden Rettungsdienst bei der Weiterversorgung zu unterstützen. Er leistet also erweiterte Erste Hilfe und trägt dadurch zu einer lückenlosen Versorgung der Verwundeten bei. Kleinere Verletzungen versorgt der Betriebssanitäter eigenständig, er hält unsere betrieblichen Rettungsmittel in Schuss, kümmert sich um die sachgerechte Aufbewahrung und ausreichenden Lagerbestand des Erste-Hilfe-Materials. Ein Betriebssanitäter ist somit für das Rettungswesen im Unternehmen zuständig und registriert in diesem Zusammenhang alle Vorkommnisse, die betriebsbedingte Unfälle und Erkrankungen betreffen.

Heute im Interview erzählt uns Klaus von seiner langjährigen Berufserfahrung.

Lieber Klaus,  wie  lange bist du schon hier und wie bist du zu diesem spannenden Job gekommen?

Gefühlte 100 Jahre, aber tatsächlich sind es glaube ich 28 oder 29 Jahre. Wie ich zu diesem Job gekommen bin? Schon seit meiner Kindheit fasziniert mich die Biologie. Da mein Großvater und mein Vater Metzgermeister waren, hatte ich außerdem schon immer eine sehr geringe Hemmschwelle. Ich habe damals bereits angefangen, mich für die „Erste Hilfe“ zu interessieren. Begonnen habe ich bei BAUR jedoch – auf Wunsch meines damals schwersterkrankten Vaters – als Auszubildender zum Fachlageristen. Na ja, das war damals irgendwie nicht so mein Wunschberuf, aber es war halt der Wunsch meines Vaters. In diesem Bereich habe ich anschließend noch einige Zeit gearbeitet, bis es irgendwann zu der Situation kam, dass ein Kollege einen Herzinfarkt erlitt. Damals hatte ich das Gefühl, dass die Rettungskette nicht reibungslos ablief – irgendwie „flutschte“ es nicht richtig und ich hätte mir gewünscht, dass das komplette Rettungssystem besser ineinander greift. Für mich war das ein Schlüsselerlebnis und ich dachte mir sofort: Ich möchte eingreifen und mich darum kümmern, dass dieses System verbessert wird. Als Ersthelfer im Betrieb und durch mein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr war ich zwar bereits mit dem Thema Rettungswesen vertraut, habe mich aber dann dazu entschlossen, eine Ausbildung zum Betriebssanitäter und später zum Rettungssanitäter zu machen. Schnell wurde auch der örtliche Leiter des öffentlichen Rettungsdienstes auf mich aufmerksam und ich habe angefangen, mich nachts und am Wochenende im örtlichen Rettungsdienst zu engagieren – ich glaube, ich habe damals im Jahr über 1.000 Stunden Rettungsdienst mitgemacht! Aber zurück zu meiner Arbeit hier bei BAUR: Meine Ambition war es also, die komplette Organisation der Versorgung im Notfall zu verbessern. Mein erster Ansprechpartner war damals unser Betriebsratsvorsitzender Horst Bergmann. Er motivierte mich die notwendigen Schritte zu gehen (Horst, vielen Dank nochmals an dieser Stelle!). Mit einem eigenen Konzept im Kopf, hatte ich  als ganz „normaler“ Mitarbeiter ein Gespräch bei unserem damaligen Personalchef und unserem damaligen Geschäftsführer. Am Anfang dachte ich mir: Jetzt kannst du deine Papiere abholen und gehen! Aber bald wendete sich das Blatt und die beiden stimmten mir zu. Und so nahm alles seinen Lauf. Schon bald war ich der erste Ansprechpartner für alle betriebsbedingten Unfälle und Erkrankungen. Im Jahr 2002 wurde ich dann ganz offiziell freigestellter Betriebssanitäter bzw. Rettungssanitäter.

Gibt es bei dir überhaupt einen typischen Arbeitstag?

(lacht) Die Frage kann meine Frau wohl am besten beantworten: „Bis wann kann ich denn heute mit dir rechnen, oder kann ich überhaupt mit dir rechnen?“ Oft beginnt mein Arbeitstag mit einem Anruf, bevor ich das Haus überhaupt verlassen habe. Die ersten Wehwehchen, Sorgen und Nöte sind aber meist schnell versorgt. Es gibt Tage, da gibt es gar keinen Einsatz und dann wieder Tage, da kommt ein Einsatz nach dem anderen – also einen typischen Arbeitstag gibt es in diesem Sinne nicht.

Was macht dir besonders viel Spaß an deiner Arbeit?

Wenn es gut läuft! Ein Beispiel hierfür. Wenn bei einem (schlecht erkennbaren) Schlaganfall, alles wieder gut wird. Das bedeutet, ein Kollege des Betroffenen sorgt sich und ruft an, ich komme und mache meine Tests und erkenne die Situation als einen zeitkritischen Notfall, ich führe die notwendige Erstversorgung durch, der Rettungsdienst kommt schnell, die Stroke Unit (Spezialstation im Krankenhaus für Schlaganfall-Patienten) ist frei, die Therapie greift schnell und sechs Wochen später sehe ich den Mitarbeiter wieder bei der Arbeit. Er begrüßt mich mit einem Augenzwinkern – so nach dem Motto „Danke“. Das Augenzwinkern sagt mir „Alles passt!“ und das ist meine Belohnung. Darüber freue ich mich.

Gibt es etwas, was du dir für deine Zukunft als Betriebssanitäter hier wünschst?

Es wäre schön, wenn das ganze Thema „Erste Hilfe“, ob Ersthelfer, Betriebssanitäter oder die Einrichtungen, ein bisschen mehr wertgeschätzt wird. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Wenn beispielsweise der eigene Pflasterkasten in der Abteilung mal leer sein sollte, dann nicht meckern, sondern einfach mal selber durchschauen, ob etwas fehlt oder aufgefüllt werden muss. Einfach direkt bei mir bestellen (Vordrucke gibt es im Intranet). Oder, wenn Ersthelfer oder Betriebssanitäter zur Versorgung eines Kollegens „schon wieder“ ihre Arbeit niederlegen müssen. Dass dieses mit einem freundlichen Augenzwinkern der Führungskraft geschieht und nicht mit einem Stirnrunzeln. Falls IHR es nicht wisst, wir sind für EUCH da!

Und wenn du nicht gerade „Leben rettest“,  was machst du privat gerne?

Feuerwehr natürlich! Da bin ich mit hundertprozentiger Leidenschaft dabei. Bei allen Themen rund um Bedrohung oder Katastrophe, blüht mein Herz auf. Wenn andere sagen: „Oh Gott ich gehe lieber weg“, bin ich genau richtig. Angefangen beim Wohnhausbrand mit schreienden Menschen, vom Verkehrsunfall bis hin zur schwierigen Bergung. Diese ganzen Themen faszinieren mich und bei der Freiwilligen Feuerwehr gebe ich mein Wissen auch gerne an die jüngere Generation weiter.

Und wie gerufen, klingelt während der Beantwortung der letzten Frage bereits wieder das Telefon von Klaus. Deshalb bleibt mir nur noch zu sagen: Vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast für unser Interview.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.