Nicole Schmidt – duale Studentin BWL mit integrierter Ausbildung – befindet sich seit kurzem für ein Auslandssemester in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Wie ihre ersten Eindrücke waren und welche Erwartungen sie an die Zeit in Ungarn hat, verrät sie uns in einem Interview.


Welche Beweggründe hattest du, ein Auslandssemester anzutreten?

Mir ging es einfach darum, mal aus meiner Komfortzone auszubrechen und mich in ein ungewisses Abenteuer zu stürzen. Ich glaube, hierfür eignet sich ein Auslandssemester wirklich super! Das erste Mal in Berührung mit dem Thema Auslandssemester kam ich schließlich durch meine Hochschule in Hof, die in regelmäßigen Abständen Werbe-Mails zum Studium im Ausland verschickt. Nachdem ich mich mit einer dieser E-Mails etwas genauer beschäftigt hatte, nahm ich Kontakt mit unserer ehemaligen dualen Studentin Sophia Reiner auf, um mich bei ihr etwas genauer zu informieren.

Sophia verbrachte im Jahr 2020 ein Semester in Schweden (Hier könnt ihr Part 1 und Part 2 des Interviews mit Sophia über ihre damalige Zeit in Schweden lesen). Nachdem ich von Sophia nur Positives hörte, entschied ich mich ganz spontan dazu, eine Bewerbung für einen ERASMUS geförderten Studienplatz in Budapest zu verschicken. Meine Wahl fiel auf Budapest, da die Stadt traumhaft schön sein soll und außerdem die alltäglichen Lebenshaltungskosten in Ungarn etwas geringer sind als in manch anderen Ländern.

 

Du bist erst seit kurzer Zeit in Budapest und musstest die ersten Tage in Quarantäne verbringen. Welche Erwartungen hast du an die Stadt, nachdem du nach überstandener Isolation die ersten Eindrücke sammeln konntest?

Richtig, die ersten Tage in Budapest musste ich leider komplett in Quarantäne verbringen, da ich direkt nach der Anreise positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Jetzt, nachdem ich erste Eindrücke sammeln konnte, erwarte ich, dass ich meine nächsten Monate in einer pulsierenden, lebendigen Großstadt verbringen werde, in der man Studierende aus aller Welt kennenlernt. Eine Erwartung, die sich jedoch nicht bestätigte, ist die in Ungarn gängige Währung. Ich bin doch tatsächlich davon ausgegangen, dass man in Ungarn mit unserem bekannten Euro zahlen kann. Den Euro gibt es in Ungarn also nicht – dafür spielt der deutsche Einzelhandel hier eine wesentliche Rolle. Egal ob Lidl, Aldi, Media Markt, Deichmann, Rossmann oder DM – all diese Geschäfte findet man überraschenderweise auch in Budapest, sodass ich mich beim Einkaufen nicht wirklich umstellen muss.

 

An welcher Universität/Hochschule wirst du studieren und welche Kurse belegst du dort? Hast du schon eine Vorstellung, was dich während deines Auslandssemesters an der Universität/Hochschule erwarten wird?

Ich studiere an der Hochschule Budapesti Gazdasági Egyetem und bin dort an der Faculty of International Management and Business tätig. Die Kurse, die ich dort belegen werde, gehen alle in die Richtung Wirtschaft, BWL und International Management und orientieren sich an meinem Studiengang der Betriebswirtschaftslehre. Ich habe schon die Erwartungshaltung, dass der Hochschulalltag grundsätzlich anders abläuft und es für mich eine Umstellung sein wird.

Während des Semesters wird es sicherlich mehr zu tun geben, als dies in meinen bisherigen Semestern der Fall war. Das Semester wird – so glaube ich – von mehreren Zwischenprüfungen, Gruppenarbeiten und Hausarbeiten begleitet. Man wird also schon vor den abschließenden Prüfungen zum Ende des Semesters zur Mitarbeit „gezwungen“. Für die finalen Prüfungen wird dies jedoch vielleicht ein Vorteil sein, da man sich so schon vorab intensiver mit den Lerninhalten auseinandersetzen muss und dies hoffentlich die abschließende Lernphase erleichtert. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was mich an meiner neuen Hochschule erwarten wird und bin zuversichtlich, dass ich alle Herausforderungen meistern werde.

 

Ungarn hat aktuell mäßigere Corona-Beschränkungen als Deutschland. Freust du dich auf diese Freiheit oder begegnest du dem mit etwas Sorge?

Ehrlich gesagt freue ich mich auf dieses Mehr an Freiheit. Besonders, wenn man die Zeit der Corona-Pandemie aus Sicht einer Studentin betrachtet. Seit Beginn meines dualen Studiums im September 2019 konnte ich nur ein Semester ohne Corona-Beschränkungen erleben. Seitdem spielte sich mein Hochschul-Alltag in den eigenen vier Wänden vor meinem Laptop ab und ein typisches Studentenleben – wie man es vor der Pandemie gewohnt war – konnte demnach nie wirklich stattfinden. Dies ist vielleicht auch nochmals ein Rückschluss auf die Eingangsfrage, welche Beweggründe ich für dieses Auslandssemester hatte: In erster Linie wollte ich dem Alltag während der Pandemie entfliehen und für ein Semester ein normales Studentenleben führen – mit allem was dazu gehört.

Aus diesem Grund blicke ich der bevorstehenden Zeit mit großer Freude entgegen. Natürlich gilt es aber trotzdem achtsam zu sein. Die Maske ist nach wie vor mein treuer Begleiter und auch weitere Schutzmaßnahmen – Abstand, vermehrte Handhygiene, Niesetikette – sind in Ungarn gängige Praxis. Durch meine WG-Mitbewohner*innen, durchgängige Präsenz in der Hochschule, Studierende aus der ganzen Welt und ein geöffnetes Nachtleben hoffe ich, in Budapest ein Studentenleben führen zu können, so wie ich es mir zu Beginn meines Studiums auch vorgestellt habe.

 

Welche Aktivitäten oder Ausflüge hast du fernab von Hörsälen und Vorlesungen geplant?

Budapest ist eine sehr bunte, vielseitige und kulturell interessante Stadt. Ich habe mir beispielsweise schon eine Liste mit Cafés und Restaurants erstellt, denen ich unbedingt einen Besuch abstatten möchte. Interessanter Fakt: Budapest ist die größte Kurstadt Europas und aus diesem Grund gibt es hier auch mehrere Thermalbäder. In dem ein oder anderen dieser Bäder werde ich sicherlich so manchen entspannten Nachmittag verbringen. Natürlich stehen auch die vielen Sehenswürdigkeiten, Parks und Museen auf dem Programm – Sightseeing und Kultur darf bekanntlich nie fehlen.

Ansonsten habe ich so manchen Städtetrip geplant. Hier stehen aktuell die Städte Bratislava, Krakau oder aber auch Wien auf meinem Zettel. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mir ein wenig ungarisch beizubringen, um mich im Alltag etwas besser verständigen zu können. Ich habe jedoch schon in den ersten Tagen gemerkt, dass Ungarisch eine sehr schwierige Sprache ist. Deshalb bin ich gespannt wie viele ungarische Sätze ich am Ende meines Auslandssemesters sprechen kann. Glücklicherweise spricht ein überwiegender Teil der Menschen hier in Budapest auch sehr gutes Englisch, sodass die Verständigung im allgemeinen kein Problem darstellen wird.


Impressionen von Nicoles ersten Tagen in Budapest

Liebe Nicole, vielen Dank für deine zahlreichen Einblicke zu Beginn deines Auslandssemesters. Wir wünschen dir eine lehrreiche Zeit in Budapest und viele schöne Erfahrungen!

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