Unsere Kollegin Maria Stegner ist duale Studentin der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Handels- und Vertriebsmanagement. Aktuell befindet sie sich für ein Auslandssemester in Kanada. Wie sich ihr Studentenleben in Kanada gestaltet und was sie in ihren ersten fünf Wochen alles erlebt hat, erzählt uns Maria in einem Reisebericht.

Nachdem ich am Flughafen in Toronto ankam, musste ich zuallererst einen obligatorischen Corona-Test machen – Safety first! Anschließend wurde ich von einem Mitarbeiter der Universität abgeholt und von Toronto nach Oshawa gefahren. Eine kleine Stadt, in der sowohl die Universität, als auch das Wohnheim liegt, welches für die nächsten Monate mein Zuhause werden sollte.

Am Wohnheim angekommen, musste ich mich für die Zwischenzeit, bis ich mein negatives Corona-Testergebnis erhalten würde, in einem separaten Zimmer in Quarantäne begeben. In dieser Zeit lebte ich von UberEats – einer Online-Plattform für die Bestellung und Lieferung von Essen –, da ich ja bekanntlich mein Zimmer nicht verlassen durfte. Rebecca, eine weitere Studentin, die ich am ersten Tag auf dem Flur kennenlernte, brachte mir glücklicherweise ab und an einen Kaffee vorbei, sodass ich trotz Quarantäne mit dem Nötigsten versorgt war.

Am 10. Januar 2022 durfte ich nach vier Tagen Netflix, Fastfood und FaceTime endlich mein Zimmer verlassen – es wurde allerhöchste Zeit! Einen Tag später starteten dann auch schon die ersten Vorlesungen, jedoch zu diesem Zeitpunkt leider nur in virtueller Form. Das alles war aber trotzdem schon super aufregend, da das Studien-Konzept in Kanada völlig anders ist, als das in der deutschen Heimat. Kurz zusammengefasst: Es gibt weniger Vorlesungen, dafür jedoch umso mehr Tests und Hausarbeiten, die man in der freien Zeit absolvieren und schreiben muss.

Am 12. Januar 2022 betrat ich schließlich das erste Mal einen kanadischen Supermarkt und Dollar-Shop, um mich mit den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens einzudecken. Am Abend wurde dann noch gemeinsam im Wohnheim gekocht. Schon in den ersten Tagen meiner Reise fühlte ich mich wirklich sehr wohl in Kanada. Alle Menschen sind hier unheimlich nett und hilfsbereit! Das einzige Manko: die Lebensmittel- und Mietpreise! Dank Corona kosten beispielsweise acht Rollen Klopapier $10! 😃

 

Im Laufe meiner zweiten Woche musste ich mich erst einmal an die vielen Tests und Abgaben in der Uni gewöhnen und kam deshalb leider nicht wirklich dazu, etwas zu unternehmen. Jedoch hat nun auch meine Mitbewohnerin ihre Quarantäne überstanden und wir konnten uns das erste Mal persönlich begrüßen und kennenlernen.

Ein weiterer Fakt, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste, war das Wetter. Bei -20 °C sind alle Bewegungen gefühlt viel anstrengender und es ist zu Beginn schon sehr ungewohnt. In Kanada aber anscheinend ein ganz normaler Winter. Entsprechend gekleidet bin ich in dieser zweiten Woche mit weiteren Kommilitoninnen sehr viel spazieren gegangen, um die nähere Umgebung zu erkunden, damit wir uns zurechtzufinden.

Am 17. Januar 2022 gab es schließlich den kompletten Tag über einen gewaltigen Schneesturm. Als dieser mit Beginn der Nacht vorüberging, begaben wir uns gegen 22 Uhr sofort vor die Tür und raus in den Schnee. Ich habe wirklich noch nie so viel Schnee gesehen und für meine Mitbewohnerin war es tatsächlich sogar das allererste Mal, dass sie mit Schnee in Berührung kam.

 

Nachdem ich mich an das kanadische Uni-Leben gewöhnt hatte, ging es für mich endlich raus in die Welt! Gemeinsam mit einem Freund sind wir mit dem Zug nach Toronto Downtown gefahren. Ich sah den CN Tower, das Bankenviertel, die große Mall, den Toronto Times Square und noch vieles mehr! Toronto ist wirklich eine andere Welt, da die Stadt im Vergleich zu meiner Universitäts-Stadt Oshawa (170.000 Einwohner) schon bedeutend größer ist. Meiner Meinung nach ist Toronto das kanadische New York City.

Zu unserer aller Überraschung habe ich doch tatsächlich auf der Straße vor der Mall zwei Mädels aus Coburg getroffen, mit denen ich mich direkt austauschte und einen kleinen Plausch hielt. Leider mussten die Beiden wieder nach Hause und konnten den Abend nicht mit uns verbringen, da sie am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland gereist sind.

Am Abend sind wir dann in Toronto noch etwas essen und trinken gegangen. Da alle Bars und Restaurants aufgrund von Corona geschlossen hatten, mussten wir uns bei -20 °C draußen in eine Art „beheiztes Zelt“ setzen, das neben dem Restaurant aufgebaut wurde. Die anschließenden Tage mussten dann leider überwiegend wieder am Schreibtisch verbracht werden.

 

Am Wochenende meiner vierten Woche hier in Kanada ging es für mich zum ersten Mal auf eine Haus-Party! Hierfür mussten wir erst einmal in einen Liquore-Store, da man in Kanada Alkohol nicht in einem gewöhnlichen Supermarkt kaufen kann. Wie auch Lebensmittel ist Alkohol hier um einiges teurer als bei uns in Deutschland. Jedoch habe ich mir sagen lassen, dass Kanada für sein gutes Bier berühmt ist, weshalb ich es einfach mal ausprobieren musste und somit über den teuren Preis hinweggesehen habe. Mit unserem fränkischen Bier konnte das kanadische aber natürlich nicht mithalten!

In dieser Woche habe ich sehr viel telefoniert und Filme-Abende mit meiner Mitbewohnerin und anderen Freund*innen veranstaltet. Am 1. Februar 2022 erhielten wir die freudige Nachricht, dass die Vorlesungen ab sofort wieder in Präsenz abgehalten werden konnten: Das erste Mal ging es auf den Campus der Universität. Endlich, nach knapp zwei Jahren Pandemie, durfte ich tatsächlich wieder eine Uni von innen sehen! Am Campus-Eingang wurde allen Studierenden zur Begrüßung sogar ein kleines Willkommens-Paket überreicht – eine sehr nette Geste.

Auf dem Campus war für mich alles super aufregend und komplettes Neuland! Der Campus ist sehr groß und kann mit einer Stadt verglichen werden – es gibt eine kleine Klinik, eine Cafeteria, Kaffees, eine Sporthalle, ein Fitnessstudio, eine Zahnarztpraxis und noch vieles mehr. Bis ich in den ersten Tagen meine Kurs-Räume gefunden habe, hat es gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert. Hier war es sehr praktisch, dass in Kanada alle Menschen super nett und hilfsbereit sind! Neben dem Campus durften in dieser Woche auch Restaurants und Bars wieder öffnen, was uns alle natürlich sehr freute und auch gleich dementsprechend ausgenutzt wurde!

 

In Woche Nummer fünf probierte ich das Fitnessstudio auf unserem Campus aus. Nach über zwei Jahren Fitnessstudio-Pause war dies wirklich mal wieder nötig! Am Wochenende haben wir ein weiteres Mal viel Zeit in Toronto verbracht, da Rebeccas Eltern in Toronto wohnen. Hier wagten wir uns auch in das Nachtleben dieser pulsierenden Großstadt. Ein weiterer Unterschied zu Deutschland: Tatsächlich kommt man nur in eine kanadische Disco, wenn man auf der Gästeliste steht. Glücklicherweise hatte Rebecca gute Kontakte (sie kannte den DJ), sodass der Zutritt zur Disco für uns kein Problem darstellte. Durch die Zeit auf dem Campus konnte ich auch endlich neue Menschen kennenlernen und von ihren Geschichten hören. Hier am Durham-College studieren Menschen aus der ganzen Welt und es ist sehr leicht neue Personen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen! Das ist so faszinierend! 😊

Vielen Dank Maria, dass du uns so spannende Einblicke in die ersten Wochen deiner aufregenden Reise nach Kanada gegeben hast! Wir wünschen dir auch weiterhin noch eine wunderschöne und ereignisreiche Zeit 💛.

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