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Internationaler Tag der Gebärdensprache – Lerne Gebärden für den Alltag

Heute ist der internationaler Tag der Gebärdensprache – Lerne Gebärden für den Alltag. Anlässlich dessen widmet sich dieser Beitrag einem Bereich der Diversity-Dimension „Körperliche und geistige Fähigkeiten“. Wie die BAUR-Gruppe als Arbeitsplatz für Menschen mit akustischem-Handicap aufgestellt ist und wie Alltagssätze gebärdet werden können, ist hier zu erfahren.

Wofür steht der „Tag der Gebärdensprache“?  

Ins Leben gerufen wurde der „Tag der Gebärdensprache“ von der World Federation of the Deaf (WFD – Weltverband der Gehörlosen) im Jahr 1951. In Deutschland gibt es den Aktionstag seit Mitte der 70er Jahre und dient dazu, um auf die Situation der bundesweit ca. 80.000 gehörlosen Menschen aufmerksam zu machen und auf die Bedeutung der Gebärdensprache als Mittel für eine gelingende Kommunikation hinzuwirken.
Immer häufiger wird der „Tag der Gebärdensprache“ von einer internationalen Woche der Gebärdensprache abgelöst und durch den Gedenktag, der jährlich am letzten Sonntag im September stattfindet, ergänzt.  

 

Lerne Gebärden für den Alltag

Kommunikation ist das A und O bei zwischenmenschlichem Kontakt. Umso schöner ist es für gehörlose und schwerhörige Menschen, wenn sie von hörenden Personen einbezogen und mit kleinen Gebärden angesprochen werden.  

Insbesondere in Bezug auf die Vorstellung ist das Fingeralphabet eines der wichtigsten Elemente der Gebärdensprache. Die Grafik an der Seite zeigt, wie jeder einzelne Buchstabe mit der Hand gebärdet wird.  

Darüber hinaus können auch einzelne Sätze schnell gelernt werden.

Du möchtest ein paar Gebärden für den Alltag lernen? Mitarbeiter*innen der BAUR-Gruppe haben ein Video gedreht, in dem du lernen kannst, einen kurzen Small Talk in Gebärdensprache zu führen.

Die Geschichte der Gebärdensprache 

Anders als man es vielleicht denken würde, wurde die Gebärdensprache nicht von gehörlosen Menschen etabliert, sondern von hörenden Personen. Genauer gesagt von Mönchen in Spanien um 1570. Sie nahmen sich das Fingeralphabet zur Hilfe, um gehörlose Kinder zu unterrichten. Wie lange es zu diesem Zeitpunkt schon Bestand hatte, ist allerdings unklar – manche Untersuchungen sprechen von 800 Jahren.  

Während in Paris 1770 die erste Gehörlosenschule von Mönch Abbé de l’Epée gegründet wurde, entstand eine solche in Deutschland 1778 durch Samuel Heinicke. Im Gegensatz zur Mischung aus Gebärden- und Schriftsprache in Frankreich, entschied sich Heinicke dazu, den Unterricht in Lautsprache abzuhalten. Erst sein Nachfolger Ernst-Adolf Eschke testete die Gebärdensprache und änderte anschließend das Konzept zu ihren Gunsten.  

Von 1880 bis 1959 kam der Fortschritt und die weitere Etablierung der Gebärdensprache zu einem Halt. Erst wurde beim Mailänder Kongress 1880 die Gebärdensprache verboten, dann wurde in den dreißiger und vierziger Jahren Deutschlands versucht, Gehörlose zu hörenden Personen zu machen. Dank dem Amerikaner William Stokoe erlangte die Gebärdensprache 1960 wieder mehr und neue Bedeutung. Er gliederte sie in ihre kleinsten Teile und verlieh ihr dadurch Struktur. Die Erkenntnis, dass visuell wahrnehmbare Sprache eine linguistische Vollwertigkeit besitzt, gelangte nach Deutschland und veranlasste 1980 eine genauere Erforschung.  

Die offizielle Anerkennung als Sprache erhielt die Deutsche Gebärdensprache im Jahr 2002.  

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