Wie versprochen kommt hier der zweite Teil unserer „Happy World Bee Day“ Reihe. Unser Imker Lukas ist einigen Lesern bestimmt schon aus früheren Interviews bekannt. In diesem Beitrag berichtet er über den aktuellen Stand unserer BAUR-Bienen und was man beim Imkern beachten sollte.

 

Hallo Lukas, viele unserer Leser*innen kennen dich zwar bereits, aber magst du dich trotzdem einmal kurz vorstellen?

Na klar. Ich bin Lukas, 24 und wohne in Weißenbrunn im Landkreis Kronach. Wie ihr schon erfahren habt, betreue ich als Imker unsere Bienen der BAUR-Gruppe. In meiner Freizeit bin ich gerne draußen aktiv und passend dazu bin ich seit 2010 auch Imker.

 

Wie lange bist du schon unser Imker und wie wird man überhaupt Imker*in?

Seit April 2017 betreue ich unsere Bienen.

Prinzipiell muss man sich nur ein Volk von anderen Imker*innen kaufen und sich das nötige Equipment beim Fachhändler vor Ort oder online bestellen. Es ist also sehr leicht, ohne Erfahrung Imker*in zu werden, ABER:

Davon kann ich jedem nur abraten. Denn die Bienen benötigen wöchentliche Betreuung und einiges an Wissen. Vor allem Ersteres sollte dir bewusst sein, Bienen nehmen besonders im Mai/Juni einiges an Zeit ein. Das Wissen kannst du dir mit speziellen Anfängerkursen (z.B. von Imkervereinen) aneignen, erst danach würde ich mit einem kleinen Bienenvolk starten.

Viele Anfänger*innen unterschätzen die Zeit und kümmern sich nur unzureichend um die Bienen. Letztlich sterben die Bienen daran im schlimmsten Fall und man hat bereits viel Geld für die Ausrüstung ausgegeben. Also informiere dich bestmöglich und schaue bei Interesse dem/der Imker*in deines Vertrauens doch mal über die Schulter.

 

Was sind deine Aufgaben als Imker?

Meine Aufgaben als Imker sind sehr vielseitig und umfassen weitaus mehr als nur die Honigernte.

Im Winter werden die Bienenwaben vorbereitet und Material repariert. Ab Februar muss ich prüfen, ob die Völker genügend Futter haben, ggf. nachfüttern. Im März werden die alten Waben durch Neue getauscht und die Bienen bekommen nach und nach mehr Platz. Ab April muss geprüft werden, ob die Bienen sich natürlich vermehren wollen. Dann muss ich als Imker eingreifen oder den Bienenschwarm wieder einfangen. Aktuell befinden wir uns in der Hochphase der Imkerei und ich züchte neue Königinnen und bilde neue Bienenvölker. Auch die Honigernte, das Abfüllen und Verkaufen des Honigs beanspruchen einiges an Zeit. Ab August stehen das Füttern und die Vorsorge gegen die Varroamilbe (einem Parasiten, der ganze Bienenvölker töten kann) an. Das waren zumindest die wichtigsten Arbeiten, die im Laufe des Jahres anfallen.

 

Warum haben wir in der BAUR-Gruppe eigentlich Bienen?

Du hast eingangs ja schon die Bedeutung der Honigbiene als Bestäuber genannt. Daher war der Wunsch, dass wir einen Imker finden, der an unserer Streuobstwiese ein paar Bienenvölker betreut.

 

Warum gibt es den Weltbienentag?

Auch das ist auf die Wichtigkeit der Biene als drittwichtigstes Nutztier sowie dem Insektensterben zurückzuführen. Mit diesem Tag wird ein Zeichen für die Wichtigkeit gesetzt und jedem Einzelnen wird so die Möglichkeit gegeben, sich einmal mehr mit diesem so wichtigen Thema zu beschäftigen.

 

Wie viele Bienen-Völker haben wir aktuell in der BAUR-Gruppe?

Aktuell haben wir fünf Bienenvölker. Im Sommer leben hier jeweils bis zu 50.000 Bienen.

 

Von was ernähren sich Bienen?

Von Blütenpollen, Nektar bzw. Honigtau und Wasser.

 

Wie viel Honig hast du letztes Jahr geerntet?

Ca. 17 kg je Volk. Für das verregnete Frühjahr und dafür, dass viele Imker in Deutschland gar keinen Honig ernten konnten, ist das zufriedenstellend.

 

Wie entsteht/produziert man Honig?

Die Bienen sammeln den Nektar der Pflanzen oder den Honigtau der Laub- und Nadelbäume und tragen ihn in die Waben ein. Dort wird er nun getrocknet, bis der Honig trocken genug ist, damit der Imker die Honigwaben entnehmen kann. Nun werden die Wachsdeckel entfernt, damit der Honig aus der Wabe fließen kann. In der Honigschleuder wird der Honig dann aus der Wabe geschleudert und landet nach dem Sieben von Wachsteilchen im Honigeimer. Cremiger Honig muss anschließend noch gerührt werden. Hierbei werden die Zuckerkristalle des langsam fest werdenden Honigs geteilt, damit der Genießer dann einen feincremigen Honig auf der Zunge schmeckt.

 

Welche Honigarten produzieren unsere BAUR-Bienchen?

Aktuell gibt es von unseren Bienen Blütenhonig (cremig), Sommerhonig (cremig oder flüssig) und Wald- und Blütenhonig (flüssig).

Lieber Lukas, vielen Dank für das spannende und lehrreiche Interview mit dir! Wir hoffen, ihr konntet so einen guten Einblick in die Aufgaben eines Imkers bzw. einer Imkerin bekommen. Solltet ihr „Happy World Bee Day – Teil 1“ verpasst haben, dann schaut gerne noch mal hier vorbei!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.