„Wenn der Hermes-Bote dreimal klingelt“ – Jubiläum in der BAUR-Gruppe

In diesem Jahr feiern 53 Mitarbeiter*innen der BAUR-Gruppe ihr Firmenjubiläum. Diesen tollen Anlass haben wir genutzt und haben Lucia und Werner zum Interview getroffen. Lucia feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Firmenjubiläum und hat uns ganz besondere Einblicke in die Ereignisse der letzten Jahre gegeben.

 

Liebe Lucia, stell dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Lucia Herold. Ich bin 55 Jahre alt, verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn. Ich bin seit 40 Jahren in der BAUR-Gruppe und arbeite als Assistentin im Betriebsratsbüro.

 

Du bist nun schon so lange in der BAUR-Gruppe. Wie bist du denn zur BAUR-Gruppe gekommen?

Nach der Schule hatte ich drei Ausbildungszusagen von einigen Firmen hier vor Ort. Eine davon war BAUR. Ich habe mich damals bewusst für BAUR entschieden, da es ein aufstrebendes Unternehmen war und habe es bis heute nicht bereut.

Begonnen hat dann alles 1980 mit der Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel.  Nach der 3-jährigen Ausbildung hat man mich in der damaligen Reklamation in Altenkunstadt eingesetzt. Während der Ausbildung wurde ich in die Jugend- und Auszubildendenvertretung gewählt und bin darüber dann sukzessive an die Betriebsratsarbeit herangeführt worden. Mein Mentor war der damalige Betriebsratsvorsitzende Heinz Friedlein. Bei der Betriebsratswahl 1989 wurde ich das erste Mal in den Betriebsrat gewählt.  Als es dann Ende 1990 Engpässe in der kaufmännischen Verwaltung des Betriebsrates gab, bin ich Anfang 1991 in das Betriebsratsbüro gewechselt.

 

Hast du ein Erlebnis, was dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Das würden jetzt viele lange Geschichten werden. Durch meine Arbeit im Betriebsrat habe ich sehr viel erlebt und konnte die Geschichte und die Entwicklung des Unternehmens und der Mitarbeiter*innen mit all seinen Höhen und Tiefen hautnah miterleben.

 

Gab es auch Momente, die du in weniger guter Erinnerung hast?

Ja sicher, über die vielen Jahre hinweg gibt es die natürlich auch. Aber egal wie unangenehm sie waren, sie haben geprägt und geformt und sind zu wertvollen Erfahrungen geworden, die ich nicht missen möchte. Die schlechten Momente gehören im Leben dazu, damit man auch die guten wirklich zu schätzen weiß.

 

Wenn du nochmal auf die vergangenen Jahre zurückblickst, wie hat sich die Kultur im Unternehmen verändert?

Damals:

Als ich 1980 im Unternehmen angefangen habe, war Dr. Anton Sattler der Hauptgeschäftsführer – eine Respektsperson, zu der man ehrfürchtig aufgeblickt hat.  Im ganzen Unternehmen war der Führungsstil fest Hierarchiegebunden. BAUR war ein eigenständiges Unternehmen mit etwa 1500 Mitarbeiter*innen und vielen namhaften großen Mitbewerbern auf dem Markt. Es gab für alle eine einheitliche Arbeitszeit und Tarifstruktur. Ein Klingelzeichen (wie in der Schule) läutete für alle einheitlich den Arbeitsbeginn, Beginn und Ende Frühstückspause, Beginn und Ende Mittagspause, und den Feierabend ein. In der Weihnachtszeit absolvierten alle Beschäftigten 50 Überstunden (als Beteiligung für die haustarifliche Bonuszahlung).  Die Menschen, und damit die Kund*innen, hatten ein ganz anderes Konsum- und Kaufverhalten.  Wir haben den Wandel von der manuellen Schreibmaschine, über die elektrische Schreibmaschine, hin zur Kugelkopfschreibmaschine, bis zur Einführung der ersten Computer erlebt. Am Anfang der EDV stand die Lochkarte. Und in der Logistik hat Technik erst langsam nach und nach Einzug gehalten.

Heute:

Jetzt sind wir eine Firmen-Gruppe, gehören einem Konzernverbund an und die Beschäftigtenzahl bewegt sich über 4000 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen hat es geschafft, sich vom klassischen Katalog-Versandhandel zum modernen Onlinehändler und Dienstleister aufzustellen. Einige namhafte Mitbewerber am Markt haben diesen Sprung nicht geschafft. Der Markt und das Kundenverhalten haben sich grundlegend verändert. Es gibt die unterschiedlichsten flexiblen Arbeitszeiten und Arbeitsmodelle mit Entlohnungsstrukturen, die sich wie Menükarten lesen. Wir müssen uns alle zusammen auf eine digitale Arbeitswelt mit intelligenten Assistenzsystemen einstellen und Datenfluten in immer kürzeren Abständen bewältigen. In der Logistik müssen Mensch und Maschine zusammenarbeiten. Da stecken eine andere Dynamik und ganz andere Bedingungen dahinter.  Und wir können unseren Geschäftsführer mit seinem Vornamen Patrick ansprechen. Ohne flache Hierarchien und dem gemeinsamen Zusammenspiel von Mitarbeiter*innen und Verantwortung ließe sich das nicht bewältigen.

Die Unternehmenskultur hat sich meiner Ansicht nach in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert. Sie ist zwar noch nicht überall so, wie sie idealerweise sein soll. An manchen Stellen hapert und holpert es und das ein oder andere Umdenken ist noch von Nöten. Ich bin mir aber sicher, dass dies auch noch geschafft wird. Alles braucht halt seine Zeit. Wir sind alle nur Menschen und müssen uns in immer kürzeren Zeiten auf immer mehr veränderte Bedingungen einstellen.

 

Was schätzt du am meisten an deiner Arbeit in der BAUR-Gruppe?

Die gemeinsame Arbeit in all den Jahren war stets geprägt von Fairness, Verlässlichkeit und menschlichem Verständnis. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zum Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze.

Was mich schon immer beeindruckt hat, ist die hohe Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen. Es war früher schon so, dass, wenn es Probleme zu bewältigen gab, alle die Ärmel hochgekrempelt und angepackt haben. Dieser Geist hat sich bis heute irgendwie durch die Mannschaft durchgetragen, trotz Generationenwechsel, verändertem Zeitgeist und einer neuen Vielfalt in der Belegschaft.

Und – die Aufmerksamkeit des Unternehmens galt und gilt immer auch dem Wohl der Region Oberfranken. Davon profitieren wir alle gemeinsam.

 

Firmenjubiläum in einem ganz besonderen Jahr – Wie hast du dein diesjähriges Jubiläum erlebt?

Es war schön und es war mal was anderes. Ich finde es super schön, dass die Firma daran denkt und versucht in der aktuellen Situation etwas Besonderes auf die Beine zu stellen. Als das Paket ankam, habe ich zunächst mit einer Bestellung gerechnet, auf die ich schon gewartet habe. Und als ich das Päckchen aufgemacht habe, war ich ganz überrascht, dass es gar nicht das war, was ich erwartet habe 😀 Ich habe mich sehr gefreut und habe die kulinarischen Köstlichkeiten des Pakets zusammen mit meinem Mann genossen.

 

Wenn du auf die nächsten Jahre schaust – was hast du geplant oder was würdest du dir wünschen?

Ich bin langsam in einem Alter, wo ich in Richtung Rentendasein denken muss, auch wenn ich mich noch nicht so fühle und hoffe, dass ich noch viele viele Jahre in der BAUR-Gruppe arbeiten darf. Ich hoffe sehr, dass es das Unternehmen schafft, in der Region zu bleiben und die Pandemie gut zu überstehen. Und ich hoffe auch, dass das Unternehmen noch lange erhalten bleibt und unseren Kindern und Kindeskindern auch noch Arbeitsplätze sichert. Es lebt sich wirklich gut hier bei uns und das sollen auch die nachfolgenden Generationen noch erleben dürfen.

 

Vielen Dank, Lucia für diese spannenden Einblicke und die kleine Zeitreise 🙂

 

Falls ihr noch mehr zum diesjährigen Firmenjubiläum in der BAUR-Gruppe erfahren wollt, schaut mal hier vorbei. In diesem Jahr wartete eine ganz besondere Überraschung auf die Jubilar*innen, da aufgrund der Corona-Pandemie die übliche Ehrungsveranstaltung nicht stattfinden konnte.

 

 

 

 

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