Aus Ideen Innovationen schaffen – das hat sich das Modellprojekt GESIOP des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf die Fahnen geschrieben, um den Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 erfolgreich zu begegnen. Hierfür haben sich die Universitäten Kiel und Hamburg sowie die Verbraucherinitiative zusammengeschlossen, um das Projekt GESIOP (= GESundheitsmanagement aus Inter-Organisationaler Perspektive) ins Leben zu rufen. Das ist ein starkes Vorhaben – denn in Zeiten von Digitalisierung und demografischen Wandel ist es von großer Bedeutung, die stetig ansteigenden Anforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick zu behalten, um deren Gesundheit und Wohlbefinden zu gewährleisten.

Nachdem wissenschaftliche Theorien bekannter Weise jedoch nur so gut sind, wie ihre Praxistauglichkeit, erfolgt der Bezug zur Arbeitswelt bei GESIOP durch die Einbindung von Praxispartnern. Auch die BAUR-Gruppe stellt einen GESIOP-Verbundpartner dar.

Welche Ziele die BAUR-Gruppe dabei konkret forciert und welche Maßnahmen zur Optimierung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements vielleicht bereits schon umgesetzt wurden, habe ich Michael Röthel, den GESIOP-Projektleiter der BAUR-Gruppe, gefragt:

Hallo Michael, du bist Projektleiter des GESIOP-Projektes, das die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verknüpft und damit viele Kompetenzen bündelt. Wie kamst du dazu?

Hallo Ilona. Ich bin Unternehmensberater und habe das GESIOP-Projekt durch meine Anbindung an die Universität Bayreuth kennengelernt, wo ich die Weiterbildungen zum Thema ‚Corporate Social Responsibility’ (= CSR) leite. Dort erfuhr ich von dem Modellprojekt der Universität Hamburg – und das fand ich von Anfang an sehr interessant. Dass ich heute die Projektleitung von GESIOP für die BAUR-Gruppe innehabe, ist durch meine langjährige Zusammenarbeit mit BAUR zu erklären. Insbesondere mit Erhard Ströhl (Bereichsleiter Informationsmanagement / Bau und Technik, BAUR) arbeite ich schon lange zusammen. Er ist Referent bei den Weiterbildungen und trägt damit dazu bei, den CSR-Verantwortlichen einen praktischen Einblick in das CSR-Management zu geben. Gemeinsam haben wir auch das Projekt „Verantwortungs-Kompass“ initiiert – eine Initiative, um die Attraktivität der Region vor allem für Arbeitskräfte zu steigern. Das Projekt GESIOP kann daran sehr gut andocken.

GESIOP will das Gesundheitsmanagement der BAUR-Gruppe stärken. Mit welchen Strategien möchtest du die Arbeitswelt Stück für Stück gesünder machen?

Bisher setzt die BAUR-Gruppe die betriebliche Gesundheitsförderung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch gezielte Angebote wie z.B. Gesundheitschecks, Vorsorgeaktionen oder die „aktive Mittagspause“ um. Auch Maßnahmen zur Arbeitssicherheit sind bereits sehr gut verankert. Jedoch fehlt bislang eine übergeordnete Strategie im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements. Diese wollen wir durch GESIOP implementieren, indem wir zunächst analysieren, wo konkreter Bedarf besteht und welche Themen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BAUR-Gruppe bewegen. Hierfür führen wir in 2018 eine Mitarbeiterbefragung durch und evaluieren unseren Bedarf gemeinsam mit der AOK. Besonders wichtig ist uns auch die psychische Gesundheit: Zwei Fachbereiche haben sich in diesem Jahr bereits in Ideenworkshops im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung eingebracht. Ab 2018 werden wir das betriebliche Gesundheitsmanagement strategisch und nachhaltig über einen Steuerungskreis in der BAUR-Gruppe verankern und mit passgenauen Konzepten und Maßnahmen dort ansetzen, wo der „Schuh drückt“.

Welche Potentiale und Herausforderungen siehst du hier für die BAUR-Gruppe?

Eine Befragung von rund 300 Bügern und Mitarbeitern hat ergeben, dass sich ganze 81% in der Region wohl fühlen. Tatsächlich hat der oberfränkische Jura eine Menge zu bieten und auch die Lage der BAUR-Gruppe im Herzen Oberfrankens zwischen den Zentren Bamberg, Bayreuth und Coburg trägt großes Potenzial in sich. Die Befragung hat allerdings auch gezeigt, dass die Unternehmen nur durchschnittlich attraktiv wahrgenommen werden. Es passt daher sehr gut, dass sich die BAUR-Gruppe in ihrer CSR-Strategie die beiden Handlungsfelder „Mitarbeiter“ und „Region“ ganz besonders auf die Fahne geschrieben hat. GESIOP ist ein zentraler Baustein zur Verknüpfung dieser beiden Handlungsfelder. Die Optimierung des strategischen Gesundheitsmanagements in der BAUR-Gruppe – die der größte Arbeitgeber der Region ist – trägt im hohen Maße dazu bei, den Stellenwert des Standortes zu steigern und damit auch die Arbeits- und Lebenszufriedenheit der Bürger zu erhöhen.

Meine letzte Frage an dich: Was glaubst du, warum ist das Thema Mitarbeitergesundheit in Unternehmen oft so schwer umsetzbar?

Das ist eine gute Frage. Hierbei sind aus meiner Sicht zwei Positionen entscheidend – nämlich sowohl die Position der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die, der Organisation. Für beide gilt: Gesundheit muss gelebt werden! Und hierbei kann eine strategische Implementierung und Steuerung des Gesundheitsmanagements in Unternehmen helfen. Viele Beispiele aus Praxis und Forschung zeigen, dass vor allem die Vorbildfunktion von Führungskräften und der Unternehmensleitung entscheidend zu einer authentischen und nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsförderung beiträgt.

Vielen Dank Michael!

 

 

 

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