Wie gestaltet sich der momentane Ausbildungsalltag in der BAUR-Gruppe?

In unserem ersten Beitrag zum Thema „Azubis in Zeiten von Corona“ haben wir euch schon die Erfahrungen im Pandemie-Berufsalltag von Nicole, Elisa, Esther und Ruth gezeigt. Aber auch die Erfahrungen von Tim, Julian und die unseres Ausbildungsleiters Max wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Tim, Informatikkaufmann, 3. Lehrjahr

„Für uns Azubis des B.Our-Teams veränderte sich die Projektarbeit grundlegend. Normalerweise ist ein Hauptaufgabenfeld das Beschaffen und Verkaufen von Musterartikeln. So werden in regelmäßigen Abständen neue Artikel im B.Our-Shop online gestellt, welche die Kolleg*innen anschließend kaufen können. Diese Artikel werden dem*der Käufer*in persönlich im Büro übergeben oder per Hauspost an den jeweiligen Arbeitsplatz geschickt. Zur Abwicklung der Übergabe ist also auf jeden Fall eine Präsenz vor Ort nötig. Als alle Kolleg*innen ins Anywhere Office geschickt wurden, brach somit eines der Hauptthemen des B.Our-Shops fast komplett weg und wir mussten uns gezwungenermaßen neu erfinden. So motivierten wir beispielsweise für verschiedene Fotowettbewerbe, erstellten unter der Rubrik #wirbleibenzuhause einen kleinen Lifestyle-Blog in unserem Shop oder organisierten die remote durchgeführte Spendenaktion 2020. Ihr seht also, dem B.Our-Team wurde es auch in dieser außergewöhnlichen Zeit nicht langweilig. Auch der Austausch und die Kommunikation untereinander funktioniert mithilfe wöchentlicher, virtuell stattfindender Jour Fixe Termine, reibungslos.

Abgesehen von der Projektarbeit im B.Our-Team ist mein Arbeitsalltag größtenteils gleichgeblieben. Klar, mein Arbeitsplatz hat sich vom Büro in die eigene Wohnung verlagert, jedoch hat dies keinen größeren, direkten Einfluss auf meine tägliche Arbeit. Der größte Unterschied ist eigentlich, dass Fragen an die Ausbildungsleiter- bzw. betreuer nur noch per Teams-Anruf geklärt werden. Hier vermisse ich mittlerweile die persönlichen Vier-Augen-Gespräche schon sehr.

Die voranschreitende Digitalisierung, die man durch Anywhere Office und Home Schooling miterleben darf, ist für mich ein klarer Pluspunkt an der jetzigen Situation. Dieser Digitalisierungsschub war meiner Meinung nach vor allem in meiner Berufsschule dringend nötig. Hier hat man einen Sprung hin zum modernen und flexiblen Lernen gemacht. Es ist aber auch klar, dass durch diese Form des Lernens viel eigenständige Arbeit gefragt ist. Ohne ein gewisses Maß an Eigeninitiative geht es also nicht.

Ein für mich negativer Aspekt ist die erschwerte Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen. Dies würde sich ohne Corona deutlich leichter gestalten, wenn man zum Beispiel auf gemeinsames Lernen mit Kolleg*innen oder die eigentlich geplanten Vorbereitungsstunden vor Ort in der Schule blickt. Ein Stück weit ist man hier also mehr auf sich alleine gestellt. Doch ich bin mir sicher, dass wir durch die nötige Eigeninitiative auch diese Hürde der Abschlussprüfungen erfolgreich meistern werden.“

Julian, Fotograf, 3. Lehrjahr

„Während unsere Azubi-Kolleg*innen aus den Verwaltungsbereichen überwiegend im dauerhaften Anywhere Office arbeiten, sieht es bei uns Fotografen etwas anders aus. Den Großteil unserer Arbeitswoche verbringen wir auch weiterhin im Fotostudio. Dies liegt natürlich daran, dass wir viele unserer Tätigkeiten schlicht und einfach nicht daheim erledigen können, sondern hierfür im Fotostudio präsent sein müssen. Die obligatorischen Corona-Schutzmaßnahmen sind hier eigentlich auch schon zur Normalität geworden, so dass Maske tragen und Mindestabstand halten mittlerweile Gewohnheit sind. Letztendlich haben aber sogar wir Fotografen manchmal die Chance auf Anywhere Office, wenn auch nicht so oft wie andere Kolleg*innen. An Tagen, an denen wir beispielsweise überwiegend Bilder bearbeiten müssen oder wir ein Azubi-Seminar haben, können wir dies auch ganz bequem von zuhause aus erledigen. Man muss aber schon sagen, dass Anywhere Office Tage unter uns Fotografen-Azubis eher die Ausnahme sind.

Auch in der Berufsschule gestaltete sich vor den Schulschließungen unser Alltag normaler als es vielleicht bei anderen Ausbildungsberufen der Fall war. In erster Linie ist das der geringen Schülerzahl in unserer Klasse zu verdanken. Mit gerade einmal sechs Schüler*innen war es in einem großen Klassenzimmer nie ein Problem ausreichend Abstand zu halten, eine Maske zu tragen und regelmäßig zu Lüften. Somit hatten wir glücklicherweise auch bis vor den Weihnachtsferien normalen Präsenzunterricht. Nach dem Jahreswechsel mussten auch wir schließlich in den Home Schooling Modus wechseln. Jedoch hofft unsere gesamte Klasse, dass sich die Lage schnellstmöglich wieder entspannt und die Schulen bald wieder öffnen dürfen.

Wenn ich so darüber nachdenke, was der größte Unterschied zur Vor-Corona-Zeit ist, so muss ich auf jeden Fall den regelmäßigen Kontakt zu anderen Azubis nennen. Wir Fotografen sehen uns zwar regelmäßig, doch leider haben wir mit den Auszubildenden der anderen Ausbildungsberufe gar keinen persönlichen Austausch mehr. Ein großer Vorteil hierbei ist aber die Digitalisierung der Azubi-Seminare. So haben wir wenigstens die Möglichkeit, die restlichen Azubis während dieser Online-Veranstaltungen über einen Bildschirm zu sehen und können so mal wieder miteinander reden.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass wir in der Fotografenausbildung von direkten Auswirkungen auf unseren Arbeitsalltag weitestgehend verschont geblieben sind. Klar, Abstand halten und Maske tragen ist schon eine Veränderung, aber wie oben schon erwähnt, haben wir uns alle daran gewöhnt.“

Max, Ausbildungsleiter der BAUR-Gruppe

„Nicht nur für unsere Azubis, sondern auch für das gesamte Ausbildungsteam ist diese außergewöhnliche Zeit natürlich eine Herausforderung. Zu Beginn mussten wir uns viele Fragen stellen: Funktionieren Online-Auswahlverfahren? Wie gestalten wir die Abteilungswechsel unserer Azubis? Was geschieht mit unserem umfangreichen Seminarangebot?
Wie fast alle Kolleg*innen in den Markt- und Verwaltungsbereichen arbeiten auch wir fast ausschließlich im Anywhere Office. Persönliche Gesprächstermine, Tages- oder Wochenroutinen klappen ja glücklicherweise auch sehr gut mit MS-Teams. Jedoch fehlen die zufälligen Begegnungen und spontanen Gespräche zwischen Tür und Angel, im Treppenhaus oder in der Kantine sehr. Man merkt schon, dass hierunter auch die zwischenmenschliche Beziehung zu unseren Azubis etwas leidet.

Die Frage, ob Online-Auswahlverfahren funktionieren, konnten wir relativ frühzeitig positiv beantworten. Hier wage ich sogar die Behauptung, wir sind bei der Besetzung unserer offenen Ausbildungsstellen schneller geworden, da der Organisationsaufwand für Online-Assessments, sowohl für unser Ausbildungsteam als auch für die Bewerber*innen, nicht mehr so groß ist, wie bei Vor-Ort-Veranstaltungen. Die Herausforderung ist es eher, die positive Atmosphäre und den guten Spirit, den die Bewerber*innen vor Ort spüren, auch online zu vermitteln. Und dies gelingt uns auch ganz gut, indem uns unsere Ausbildungsbeauftragten und unsere Azubis bei den Online-Auswahlverfahren tatkräftig unterstützen.

In der Betreuung unserer Azubis hat sich in den zurückliegenden Monaten auch einiges geändert. Unsere Einsatzplanung mussten wir vorläufig über Bord werfen und erst einmal mit den einzelnen Fachbereichen abklären, welche Abteilungen eine reine Online-Betreuung bewerkstelligen können. Leider konnten deshalb zu Beginn der Anywhere Office Phase nicht alle geplanten Abteilungswechsel stattfinden oder mussten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Auch durch das große Engagement der jeweiligen Ausbildungsbeauftragten in den Abteilungen haben wir es jedoch sehr gut hinbekommen, den Ausbildungsalltag für unsere Azubis in den Online-Modus zu überführen. Ein großer Vorteil war hier auch, dass wir unsere Azubis schon seit einigen Jahren mit Laptops ausstatten, weshalb wir nicht erst hektisch nach Lösungen für die Mitarbeit aus dem Anywhere Office suchen mussten. Ein weiterer wesentlicher Punkt der Ausbildung in der BAUR-Gruppe ist das vielfältige Seminarangebot. Dank des Digitalisierungsschubs und der Nutzung von Microsoft Teams konnten fast alle Seminare wie geplant stattfinden, nur eben auf digitalem Wege. Mit unseren externen Trainer*innen, die bisher noch keine Online-Seminare abgehalten hatten, konnten wir die Konzepte so umstellen, dass sie auch online sehr gut funktionieren. Auch wenn am Anfang noch etwas Skepsis, insbesondere hinsichtlich der Funktionalität der Technik dabei war, klappen die virtuellen Seminare wirklich prima.

Wenn ich persönlich auf das Jahr 2020 seit Beginn der Coronakrise zurückblicke, haben wir in dieser schwierigen Phase sehr vom Teamgeist der gesamten BAUR-Gruppe profitiert. Alle ziehen an einem Strang, wir können uns aufeinander verlassen und schenken und gegenseitig Vertrauen. Das macht es auch für unsere neuen Azubis leichter, wenn sie spüren, sie sind in einem Ausbildungsbetrieb mit einem verlässlichen und stabilen Netzwerk gelandet. Doch natürlich geht auf Dauer auch die beste Substanz irgendwann zu Neige. Deswegen hoffe ich, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird, bis wir wieder einen „normalen” Arbeitsalltag erleben dürfen und aus dem Blues im Anywhere Office endlich wieder Rock’n Roll in Weismain wird.“

Wir danken euch allen für eure Erfahrungen mit eurem Arbeitsalltag während der Corona Pandemie!

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