Lukas Porzelt kümmert sich seit seinem Ausbildungsbeginn um die Bienen der BAUR-Gruppe. Seine Schützlinge sind also gut versorgt. Aber wie geht es eigentlich den Wildbienen, speziell im Winter?
Ich habe Lukas Porzelt um ein Interview gebeten, er stand mir rund ums Thema Biene Rede und Antwort!

 

Hallo Lukas, wie geht es denn eigentlich Deinen Bienen im Winter?

Den BAUR-Bienen geht es gut! Für sie ist es wichtig, dass man sich gerade im Herbst und, wenn es langsam Frühling wird gut um sie kümmert und ein wenig zufüttert, zum Beispiel mit Zuckerwasser. Am wärmsten hat es im Winter übrigens die Bienen-Königin, denn die Bienen bilden eine Traube und die Königin sitzt in der Mitte und wird von ihren Kolleginnen gewärmt. Trotz der guten Pflege ist es aber ganz normal, dass 15 % bis 20 % der Bienenbestände den Winter nicht überleben werden, bei mir sind es zum Glück nur 5 % bis 10 %. Sobald es wärmer wird, fliegen die Bienen dann wieder bis zu 10-mal täglich aus und sammeln fleißig.

 

Immer öfter hört man vom Bienensterben, merkst Du das an Deinen Bienen auch?

Wie gesagt, die Pflege macht’s, mein Bienenbestand ist relativ konstant. Anders sieht es bei den wilden Bienen und Insekten aus, um die sich kein Imker kümmert: In den letzten 25 Jahren ist die Anzahl der Insekten um 75 % zurückgegangen und das hat Folgen! ¾ unserer Hauptnahrungspflanzen werden von Insekten bestäubt, fallen Bienen und Co. hier weg, macht sich das auch am Ertrag und der Qualität von Obst und Gemüse bemerkbar. Deshalb kann die Biene auch als Nutztier bezeichnet werden.

 

Wir brauchen Bienen und andere Insekten also dringend. Was können wir denn tun, um den Insekten zu helfen?

Ganz klar, die Bienen brauchen Blütenstaub und Nektar als Nahrungsmittel. Wer im eigenen Garten bienenfreundliche Blumen sät, hilft den Bienen und Insekten schon viel. Außerdem sollte man nicht nur auf Bauern schimpfen, die Gift verwenden, sondern auch selbst im eigenen Garten darauf verzichten. Zusätzlich kann man den Insekten im Sommer Wasser anbieten. Dazu am besten eine flache Schale mit Wasser und Steinchen befüllen, so können die Bienen Wasser tanken, ohne zu ertrinken. Für den All-inclusive-Service könnt Ihr sogar noch ein Insekten-Hotel bauen!

 

Warum steht es um die Bienen und Insekten eigentlich so schlecht?

Viele verschiedene Faktoren wirken sich hier aus. Die Honigbienen sind darauf angewiesen, dass sich der Imker ausreichend um seine Schützlinge kümmert. Davon abgesehen haben alle Insekten mit Monokulturen, Umweltgiften und zu wenig blühenden Flächen zu kämpfen. Das „Volksbegehren Artenvielfalt“ möchte das übrigens ändern.

 

Was genau ist denn das „Volksbegehren Artenvielfalt“?

Hier geht es um den Schutz der Tiere, um Bienen, Schmetterlinge, Insekten allgemein, aber auch Vögel. Durch eine Änderung des bayerischen Naturschutzgesetzes sollen deren Lebensbedingungen deutlich verbessert werden. Das kommt dann auch wieder uns zu Gute, da wir genauso von einer intakten Natur profitieren. Auch wenn sich der Bauernverband negativ gegenüber dem Volksbegehren geäußert hat, kann ich deren Kritik nicht nachvollziehen. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist groß und die Verbraucher interessiert es sehr wohl, wo ihre Nahrung herkommt.

 

Es ist also wichtig, etwas für die Bienen und Insekten zu tun.

Ganz genau! Für mich ist es selbstverständlich, das Volksbegehren zu unterzeichnen, aber jeder kann im Kleinen viel dafür tun, die Insektenbestände wieder ansteigen zulassen, im Sommer hilft schon eine flache Schale Wasser.

 

 

Lukas positioniert sich klar zum Thema „Volksbegehren Artenvielfalt“, aber natürlich gibt es auch andere Sichtweisen. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands zum Beispiel stellt sich deutlich gegen das Volksbegehren. Seine Sichtweise könnt Ihr hier nachlesen. Informiert Euch am besten gründlich zu diesem Thema und bildet Euch Eure eigene Meinung!
In welchem Rathaus Ihr Euch für das „Volksbegehren Artenvielfalt“ eintragen könnt, findet Ihr hier ganz einfach heraus!

 

 

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