500 Kilometer zu Fuß … in zwei Monaten. Klingt unmöglich?

Unsere Kollegin Petra Honold, Abteilung Marke & Kreation, berichtet von ihrer unglaublichen Pilgerweg – dem Erzengel-Micheal-Weg. Petra wanderte 35 Tagesettapen von Assisi nach Monte Sant‘Angelo. Auf ihrem eigenen Blog konnten die Leser quasi täglich für einige Minuten virtuell hautnah bei Petras dritten Pilgerwanderung dabei sein und den Alltag für kurze Zeit vergessen.

 

Hier ein paar Eindrücke aus Petras Pilgerwanderung:

Die Route des Erzengel-Micheal-Wegs.
Quelle: Petra Honold,
In: https://hope5site.wordpress.com (Zugriff: 24.07.18).

„Das Ziel unserer achtwöchigen Pilgerreise auf dem Erzengel-Michael-Weg war die Grottenkirche in Monte Sant‘Angelo, ein Ort voller Magie. Die Kirche ist dem Erzengel Michael geweiht, der im Jahr 490 n. Chr. hier erschienen sein soll. Franz von Assisi ging auf seiner Reise in den Orient diesen uralten Pilgerweg. Vom Rieti-Tal aus folgte er dem seit dem 6. Jahrhundert genutzten Pilgerweg durch Umbrien, die Abruzzen und Molise bis zum Heiligtum des Erzengels Michael am Monte Gargano in Apulien. Dieser Pilgerweg verbindet die Orte des Hl. Franziskus und des Erzengels Michael auf stillen, unberührten Wegen. Hier gibt es weder asphaltierte Straßen noch Verkehrslärm.

 

 

Auf abenteuerlichen Wegen in bis zu 1.400 m Höhe

Auf den ca. 500 km fanden wir oft keine Wegmarkierungen. Auch Wegweiser und Markierungen des Italienischen Alpenvereins waren selten. Es gab viele kleine Pfade, wie sie die Menschen brauchten: kreuz und quer. Dies macht das Pilgern zu einem Abenteuer und bringt jeden Pilger zusätzlich an seine Grenzen. Welcher Weg der richtige war, entschieden wir oft nur nach dem Stand der Sonne, GPS hatten wir nicht dabei

Der Erzengel-Michael-Weg erwies sich als ziemlich anstrengend. Die Belohnung: eine unberührte Natur von einmaliger Schönheit. Manchmal ging es durch sprödes, fast undurchdringliches Dickicht, durch Gestrüpp und Dornenbüsche – mit zuweilen schmerzhaften Erfahrungen. In tagelanger Einsamkeit wanderten wir durch Täler und über Hochebenen. Manche Landschaft erinnerte an Bayern:  eine Idylle mit Kühen, Rindern, Pferden und Eseln. Wir kraxelten in 1400 m Höhe auf abenteuerlichen Steigen. Weh dem, der nicht schwindelfrei war. Hinter jeder Wegbiegung und nach jedem Tal tat sich wieder eine neue Landschaft auf. Wilde, raue und abweisende Etappen wechselten mit sehr lieblichen und romantischen: Natur pur, unberührt und wild. Hier schien sich die Welt ein bisschen langsamer zu drehen, so unser Eindruck.

Quelle: Petra Honold, In: https://hope5site.wordpress.com (Zugriff: 24.07.18).

Quelle: Petra Honold, In: https://hope5site.wordpress.com (Zugriff: 24.07.18).

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nacht in einer Burg verbracht

Neigte sich der Tage dem Ende entgegen, galt es, ein Quartier für die Nacht zu finden. Pilgerherbergen waren selten, dafür zeigten sich die Bergbewohner grenzenlos gastfreundlich. Wir übernachteten in Klöstern, manchmal in einer Dorfschule und sogar in einer Burg. Ein außergewöhnlicher Schlafplatz, den die Frau des Bürgermeisters organisiert hatte…

In den vielen kleinen Bergdörfern schienen wir eine willkommene Abwechslung zu sein, um nicht zu sagen: eine Sensation. Schnell waren wir als Pilger Mittelpunkt und Teil der Dorfgemeinschaft. An jeder Ecke wurden wir angesprochen, freundlich begrüßt und herzlich aufgenommen. Eine ältere Frau am Wegrand lud uns zu Kaffee und Keksen zu sich nach Hause ein – das war so ein Glücksgefühl und wir waren einfach nur dankbar.

Viele Menschen sprachen deutsch mit uns, weil sie in der Bundesrepublik gearbeitet hatten. Als Rentner waren sie in ihre Dörfer zurückgekehrt. Sie erzählten uns ihre Lebensgeschichte: viel Interessantes und manchmal auch Trauriges. Über die Arbeitslosigkeit und die Abwanderung aus den ländlichen Gegenden, die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht, weil ganze Landstriche vergessen zu sein scheinen. Oft wurden wir von den tiefgläubigen Menschen gebeten, an unserem Zielort Monte Sant‘Angelo für sie zu beten.

Diese Begegnungen, die großen Herausforderungen und die vielen kleinen Glücksmomente auf dieser Reise werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und was so eine Pilgerreise für einen persönlich bringt? Mehr Ruhe, mehr Gelassenheit im Alltag und – ja – auch mehr Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens.“

Quelle: Petra Honold, In: https://hope5site.wordpress.com (Zugriff: 24.07.18).

Quelle: Petra Honold, In: https://hope5site.wordpress.com (Zugriff: 24.07.18).

 

 

 

 

 

 

 

 

Petra – wir sind absolut begeistert! Deine Pilgerreise ist wirklich beeindruckend und es macht so viel Spaß, deine Erlebnisse nachzulesen. Wir hoffen, dass deine Glücksmomente, die du auf deiner Reise eingefangen hast, noch lange präsent sein werden und du noch viele solcher Reisen für mehr Ruhe und Gelassenheit erleben wirst!

Danke für den spannenden Einblick!

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