Was ist eine Conversion Rate und welche Aufgaben hat ein Shopmanager im Online-Shop der BAUR-Gruppe? Diese Fragen habe ich dem Abteilungsleiter des Shopmanagements Kevin Guthe gestellt.

Wie würdest du die Aufgaben des Shopmanagements prägnant zusammenfassen?
Wenn du dir den BAUR Online Shop oder die Marke I‘m walking wie einen realen Einkaufsladen vorstellst, dann ist das Shopmanagement sehr vereinfacht gesprochen dafür zuständig, dass die Kunden schnell und gut geführt genau das finden, was sie suchen. Wir haben im BAUR-Shop beispielsweise etwa 3000 Damenjacken in unserem Sortiment und eine unserer zum stationären Handel vergleichbaren Aufgaben ist es, die (digitalen) Regale hierfür passend einzuräumen.

Ah – jetzt habe ich einen guten Eindruck davon, was du machst. Aber wie funktioniert das Einräumen der Ware im Online-Shop von BAUR genau?
Das ist eine gute Frage. Das funktioniert über 11.000 Navigationsstrukturen. Das sind Netzwerke, die aus verschiedenen Pfaden bestehen. Diese Pfade können die Kunden dann beliebig „ablaufen“, indem sie bestimmte Menüpunkte auswählen. Eine weitere Möglichkeit bietet die Suchoption. Hierüber können unsere Kunden den gewünschten Suchbegriff eingeben und erhalten hoffentlich gute Suchergebnisse vorgeschlagen, wenn wir alle gemeinsam unsere Arbeit gut machen 😉 .

Gibt es Abteilungen, mit denen ihr hierfür besonders eng zusammenarbeitet?
Ja, auf jeden Fall. Wir arbeiten insbesondere mit den Teams Online-Marketing, Lifestyle und den Kollegen unseres eCommerce-Unternehmens empiriecom zusammen. Das Online-Marketing ist dafür zuständig, dass Kunden unseren Online-Shop besuchen (den sog. Traffic). Der Bereich Lifestyle sorgt für regelmäßig wechselnde und spannende Inhalte und Themen, die unsere Zielkundin begeistern. Die Kollegen der empiriecom stellen eine stabile und performante Shopping-Plattform zur Verfügung.
Wir im Shopmanagement nehmen die Kunden digital an die Hand und führen sie im übertragenen Sinne an den Regalen vorbei, natürlich immer mit dem Ziel, auch etwas aus dem Regal zu verkaufen.

Alle ziehen gemeinsam an einem Strang, um die Ware an den Kunden zu bringen.
Genau. Letztlich messen wir uns an der sogenannten „Conversion Rate“. Dies ist der Anteil der Besucher und Kunden, die am Ende ihres Shopbesuches auch etwas aus unserem Sortiment kaufen. Wir versuchen, unsere Arbeit nach dieser Rate zu optimieren.

Da haben du und dein Team sicher alle Hände voll zu tun. Gibt es denn noch weitere Herausforderungen, denen ihr euch stellen müsst?
Sehr viele sogar und alle haben etwas mit der viel beschriebenen digitalen Transformation zu tun, die alle Bereiche des Lebens meist vereinfacht – das Online-Shopping gehört da natürlich auch dazu. Was wir beispielsweise noch besser verstehen müssen ist der Bereich „mobile commerce“- dieser wächst mit einer rasenden Geschwindigkeit. Bereits heute kommt etwa die Hälfte unserer kompletten Website-Besuche über mobile Endgeräte – das ist ein hohes zweistelliges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr – Tendenz weiter steigend. Eine weitere Challenge liegt insgesamt auch darin, sich auf dem großen Online-Markt mit vielen großen Playern zu behaupten. Es wird also nicht langweilig werden. Und das ist etwas, was ich an meinem Job sehr schätze.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden brauchst du ein gutes Team. Wie sieht dein/e ideale/r Mitarbeiter/in aus?
Ich habe hier ein tolles Team, das sich aus unterschiedlichen ExpertInnen zusammensetzt. Der ideale Mitarbeiter bzw. die ideale Mitarbeiterin versteht viel von Online-Prozessen – beispielsweise davon, wie ein Artikel mit Bild und Informationstexten in eine App gelangen. Außerdem braucht es hohes analytisches Denkvermögen sowie eine Affinität für Zahlen. Neben der fachlichen Tiefe braucht es aber auch fachliche Breite, um beispielsweise auch Prozesse, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu anderen Fachbereichen (wie das Online-Marketing) zu verstehen. Das bringen alle Mitarbeiter hier mit und wir kommen auch nur im Team voran.

Jetzt bin ich neugierig. Welche Ausbildung braucht es denn genau, um Shopmanager in deinem Team zu werden?
Dafür muss man nicht notwendigerweise studiert haben. Wir bilden hier auch viele Ausbildungsberufe aus, zum Beispiel IT-Kauffrau/-mann oder ein duales Studium zum Groß- und Außenhandelskauffrau/-mann. Worauf wir aber besonders stolz sind, ist der neue Beruf Kauffrau/-mann im E-Commerce, den insbesondere unser Ausbildungsbeauftragte im Team Lothar Werner mit auf den Weg gebracht hat. (Anmerkung der Redaktion: Weitere Informationen sind in unserem früheren Blogbeitrag zu finden).

Und wie bist du zu BAUR gekommen?
Ich habe Mathematik studiert und bin seit 2006 in der BAUR-Gruppe tätig. Hier war ich zunächst in einer Abteilung beschäftigt, die viele Aufgaben rund um das Thema Business Intelligence verantworten und habe nun seit drei Jahren die Leitung der Abteilung Shopmanagement übernommen.

Vielen Dank Kevin für das tolle Interview und den spannenden Einblick in das Shopmanagement der BAUR-Gruppe!

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