Hallo ihr beiden. In dem heutigen Interview dreht sich alles um die drei Buchstaben CGI. Könnt ihr unseren Blog LeserInnen in einem Satz erklären, was CGI ist?

Svend: CGI heißt übersetzt „computer generated imagery“ – das sind computer-generierte Bilder, die mithilfe von Computer-Software gerendert werden und am Ende einen fotorealistischen Anspruch haben.
Anne: CGI ist die Möglichkeit, auf digitalem Wege an ganz neue Bildwelten heranzukommen, die wir so in der Fotografie durch physikalische Begrenzungen nicht haben. Dass mit CGI ein ganzes Wohnzimmer ohne reale Möbel entstehen kann, wird durch die Abbildung sehr schön deutlich.
Svend: Es ist sowohl möglich, fotorealistische Bilder zu erschaffen, wie auch Dinge, die so in der Realität gar nicht existieren. Das sieht man besonders häufig in Filmen oder Videospielen. Hier werden ganze Sets nicht real abgebildet, sondern mittels Computer-Software generiert.

Sehr Spannend. Aber ich kann mir gerade gar nicht vorstellen wie CGI in der BAUR-Gruppe genutzt wird.
Svend: In unserem Fall ist es so, dass wir die Möglichkeiten der Fotografie ergänzen. Obwohl die BAUR-Gruppe ein tolles Fotostudio hat, sind wir bei der Bilderstellung doch begrenzt. Wir können beispielsweise eine große Lobby oder dreistöckige Räume nicht abbilden, da wir dafür schlichtweg den Platz nicht haben. Dies ist in CGI aber durchaus möglich, weil wir hier in der dimensionalen Abbildung von Objekten sowie in der perspektivischen Darstellung keine Begrenzung haben. Das kann man auch ganz schön in unserem selbst erstellten Video sehen. Die Kommode wird in verschiedenen Perspektiven dargestellt, die so durch reale Filmaufnahmen nicht abgebildet werden können.
Anne: CGI kann als Ergänzung zur Fotografie eingesetzt werden und ist sozusagen als Kombination zu sehen, indem abgelichtete Sets durch CGI verändert oder erweitert werden.

Wie kam CGI eigentlich in die BAUR-Gruppe?
Anne: Das ist in erster Linie Svend zu verdanken. Er ist in unserem Team der CGI-Experte.
Svend: Ja das stimmt. Das hat seinen Ursprung eigentlich in meiner Begeisterung für Computerspiele. Gegen Ende meiner Ausbildung bei BAUR habe ich in meiner Freizeit bei der Modifizierung eines PC-Spiels mitgearbeitet. Hierbei habe ich als Concept-Artist und Illustrator zunächst im 2D-Bereich und später dann mit der 3D-Software „Blender“ gearbeitet. Das ist eine Open Source 3D-Software zum Erstellen computergenerierter Bilder, Animationen und Videosequenzen, die ich heute auch noch nutze.
Anne: Svend ist neu in unser Team gewechselt. Beim Gegenseiten Kennenlernen haben wir über unsere Interessen gesprochen und so kam der Stein ins Rollen. Seither haben wir das Projekt CGI vorangetrieben.

Svend, du bist ja schon seit deiner Ausbildung als Mediengestalter bei BAUR. Wie unterscheidet sich die Arbeit von damals zu jetzt?
Svend: Haha. Früher haben wir sehr viel mit Bildbearbeitung und Retusche gearbeitet. Das war damals sehr aufwändig, weil man den Lichteinfall und Schatten bei der Abbildung manuell bearbeiten musste. Photoshop ist aber auch heute noch im Einsatz. Nur hatten wir früher das Problem, dass die Programme schlechter waren sowie kein umfangreiches Bildmaterial zur Verfügung stand. Deshalb konnte man Retuschen auch fast immer erkennen.

Gibt es denn auch noch Herausforderungen in Sachen CGI, die es zu meistern gilt?
Anne: Eine Herausforderung ist sicher, dass die Herstellung von CGIs keine schnelle Sache ist. Auch Experten wie Svend brauchen lange bis ein Gegenstand 1:1 abgebildet ist. Weil das so aufwändig ist, kann CGI die Fotografie in der BAUR-Gruppe nicht ersetzen, sondern ist eher als eine sinnvolle Kombination von realer Fotografie und computergenerierter Bildgebung zu sehen.
Svend: Eine weitere Herausforderung wird die Einbindung neuer Technologien sein, um unseren Zielkundinnen ein neues Einkaufserlebnis zu verschaffen und mit unseren Mitbewerbern mithalten zu können.

Und wo geht die Zukunft hin?
Svend: Ein großes Thema ist Virtual Reality. Beispielsweise durch das digitale Einrichten des eignen Wohnzimmers. Wohnwelten können hier durch Standbilder und Animationen dargestellt werden.
Anne: Ja. Das ist ein kurz- und mittelfristiges Ziel. Langfristig möchten wir den Kundinnen durch Virtual Reality ein virtuelles Shoppingerlebnis bieten, indem sie Einrichtungsräume virtuell begehen können.
Svend: Die Herausforderung wird hierbei sein, die Verwendung von neuen technischen Möglichkeiten so zu gestalten, dass unsere Zielkundinnen intuitiv damit zurechtkommen.

Das ist wirklich faszinierend. Ich bin gespannt wann dies möglich wird. Meine letzte Frage an euch: Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Anne: Ich wünsche mir, dass unser Projekt weiter vorangetrieben wird, weil ich sehr großes Potential darin sehe.
Svend: Dem schließe ich mich an. Unseren Auszubildenden gebe ich immer mit auf den Weg, dass es wichtig ist, neugierig zu bleiben und wissen zu wollen. Das wünsche ich auch uns und der gesamten BAUR-Gruppe.

Vielen Dank euch beiden für das spannende Interview.

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